09.04.2008
Rente und Immoblien
Gerechtigkeit nach Springer Art

(fk) BILD hetzt weiter: „Es ist unerträglich, wie meine Generation bei der Rente belogen und betrogen wird! Kein Politiker hat den Mumm, uns die Wahrheit über das kranke Rentensystem zu sagen oder eine echte Reform mit deutlich mehr Eigenverantwortung anzuschieben.“ Im Klartext heisst das: Die Arbeitgeber sollen möglichst keine Rentenbeiträge mehr für die bei ihnen Beschäftigten zahlen, das daraus resultierende Rentenrisiko wird allein auf die Beschäftigten abgewälzt , das nennt man dann Eigenverantwortung. Wer das nicht will oder kann, der soll im Alter darben. Das ist soziale Gerechtigkeit nach Springer-Art.

Entfacht wurde diese Hetze wegen der lächerlichen 1,1% mehr Rente.

Der BILD-Armutshetzer heisst Oliver Santen und war der frühere Pressesprecher der Allianz. Er betreut regelmäßig die Rentensenkungs-Kampagnen in BILD.

Die kritische website „Nachdenkseiten“ meinte dazu:
Santen muss entweder unter einer Bewusstseinsspaltung leiden, oder er ist eben ein reiner Zyniker. Jemand der über Jahre hinweg die gesetzliche Rente kaputtgeredet und die private Vorsorge propagiert hat und somit die Rentensenkungspolitik selbst massiv vorangetrieben hat, beklagt sich nun darüber, dass er selbst nur „eine mickrige Basisrente“ bekomme. Er beklagt sich darüber,dass er sie „voll versteuern“ müsse, ohne zu erwähnen, dass diese zusätzliche Belastung der Rentner eingeführt wurde, damit die Jüngeren die Rentenbeiträge von den Steuern absetzen können. Einmal ganz davon abgesehen, dass - wegen des Steuerfreibetrags - kein Rentner für eine „mickrige Basisrente“ Steuern bezahlen muss. Er beklagt sich, dass er bis 67 arbeiten soll, und das obwohl die Bild-Zeitung einer der Hauptpropagandisten der Rente mit 67 war. „Ich zahle heute mit die höchsten Beiträge“ schreib Santen. Zahlt Santen mehr als die 19,9 Prozent wie alle anderen?

Nein, Herr Santen, Sie hetzen die Jungen gegen die Alten, sie wollen aus schierem Egoismus die Alten in die Armut treiben. BILD spaltet systematisch die Gesellschaft, hetzt Junge gegen Alte, hetzt Arbeitnehmer gegen Arbeitslose, und das alles nur um einen Systemwechsel von der solidarischen zur Ellenbogengesellschaft herbeizuschreiben.


Die Rentner und Rentnerinnen sollen in ihrem letzten Lebensabschnitt also leiden, obwohl sie ihr Scherflein jahrzehntelang ehrlich und brav in die Rentenkassen eingezahlt haben. Das zur öffentlichen Erwartungshaltung.

Ganz  anders  ist   es  bei  den  Finanzspekulanten.   Einer  Studie  zufolge  haben
deutsche Banken wegen der derzeitigen Finanzkrise noch zahlreiche faule Kredite in ihren Büchern versteckt - im Gesamtumfang von 200 Milliarden Euro. Weltweit soll die Immobilienkrise eine Billion Euro Schaden verursacht haben. Und wer soll diese Verluste tragen? Alles spricht dafür: Die Steuerzahler.

Wie war so wohl formuliert zu lesen: Der öffentliche Sektor müsse „proaktiv bereitstehen“, um in Schwierigkeiten geratenen Finanzinstituten zu helfen. Der IWF („Internationaler Währungsfond“) geht sogar noch einen Schritt weiter: "Die nationalen Behörden wären gut beraten, Notfallpläne vorzubereiten, wie sie mit großen Beständen gestörter Vermögenswerte umgehen, falls Abschreibungen zu einer zerstörerischen Dynamik und erheblich negativen Folgen für die Weltwirtschaft führen."

Und wir sind sicher: Der Sozialdemokrat Steinbrück wird auch hier – natürlich erst nach Rücksprache bei seinem Herrn Ackermann - die nötigen Steuermittel locker machen. Der wird ihm sagen, dass Steuermittel allemal bei seinen Leuten besser angelegt ist als bei den Armen, Sozialschmarotzern und Rentnern. Und die Presse wirds gehorsam und devot weitertragen und -plappern, von BILD bis zur TAGESSCHAU, alles wie gehabt.