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26.03.2008
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Zug der Erinnerung
Neue Flecken auf Mehdorns Schmuddelweste
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(fk) Trotz öffentlicher Proteste fordert die Deutsche Bahn AG vom Veranstalter der Ausstellung „Zug der Erinnerung“ hohe Gebühren wegen der Nutzung von Bahnanlagen. Der Zug fährt derzeit durch Deutschland.
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Erinnert werden soll mit der Ausstellung an die Deportationen von Kindern und Jugendlichen, die mit Unterstützung der „Reichsbahn“ während der Zeit des Nationalsozialisnus zur Vernichtung in die östlichen Todeslager Europas transportiert wurden.
Bisher hat der Zug auf 27 Bahnhöfen gehalten. Je nach Bedeutung des Bahnsteigs verlangt Mehdorns Firma mal 225 mal 450 Euro Nutzungsgebühren. Auf größeren Umschlagsplätzen der früheren Massendeportationen muss mehr gezahlt werden als auf kleineren. Insgesamt geht es um Beträge von mehreren zehntausend Euro. Für die Nutzung des Schienenetzes will die Bahn AG pro Kilometer zusätzlich 3,50 Euro erheben. Insgesamt sollen 70 000 Euro in die Kassen der Bahn fließen. Der Bahnvorstand und Bahnchef Mehdorn haben den Erlass der Kosten mehrfach zurückgewiesen. Selbst die Ministerpräsidenten von Thüringen und dem Saarland konnten nichts ausrichten.
Was die Bahn zu ihrem Verhalten bewegt, versteht kein normaler Mensch mehr: Der Begriff „Historische Verantwortung“ gilt offenkundig weder für den Bahnvorstand noch für Mehdorn, ganz zu schweigen von dem sozialdemokratischen Verkehrsminister Tiefensee, der wieder einmal seine fast legendäre Inkompetenz und Einflusslosigkeit zur Schau stellt.
Drei Millionen Menschen transportierte die Bahn in die Vernichtungslager. Ohne ihre Unterstützung wäre der millionenfache Mord nicht möglich gewesen.
Und sie ließ sich ihre Mordbeteiligung gut bezahlen.
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Nachdem zunächst für die Deportationszüge der Tarif „Dritte Klasse“ berechnet wurde, kam man 1942 mit der SS überein, einen „Gruppentarif“ ab 400 Personen vorzusehen: 2 Pf pro Erwachsenem und km, Kinder die Hälfte, unter vier Jahren kostenlos.
Auf diese Weise raffte die Reichsbahn Millionen zusammen, die nach dem Krieg in den Vermögensstock der Bahn eingingen. Wenn man so will: Noch heute profitiert die Bahn von der Beihilfe zum millionenfachen Mord.
Es müsste selbstverständlich sein, dass sich die Deutsche Bahn AG als Rechtsnachfolgerin der Reichsbahn öffentlich zu ihrer historischen Verantwortung bekennt und dazu beiträgt, das geschehene Unrecht nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
Die bisherigen Behinderungen der Ausstellung „Zug der Erinnerung“ lassen aber befürchten, dass es den Verantwortlichen der Bahn AG an der erforderlichen Einsicht und der historischen Sensibilität für die Geschichte ihres Betriebes fehlt. Schon deshalb ist die Frage zu stellen, ob Tiefensee und Mehdorn für die Bahn AG politisch überhaupt noch tragbar sind. Wir wundern uns auch, wie ruhig die sonst so empörungsbereiten deutschen Medien bleiben.
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