|
09.12.2007
|
|
Streik im Einzelhandel
„Weihnachten steht vor der Tür – wir auch!“
|
(fk) Unter diesem Motto traten zum Wochenende etwa 1.400 Beschäftigte des Einzelhandels aus 77 Betriebsstätten von Rewe, Penny, Marktkauf, Edeka, Kaufhof, Karstadt, Real, Sky und Thalia für das 2. Adventswochenende in den Streik.
Im Zentrum der Auseinandersetzung im Einzelhandel stehen Zuschläge für Abend- und Spätstunden. Die Arbeitgeber haben den Manteltarifvertrag gekündigt und wollen die Extralöhne von bis zu 50 Prozent für Arbeit nach 20 Uhr abschaffen. Zudem bieten sie in der seit Mai laufenden Tarifrunde bislang nur 1,7 Prozent höhere Löhne, während Ver.di für die bundesweit 2,6 Millionen Beschäftigten zwischen 4,5 und 6,5 Prozent mehr Geld fordert.
 |
|
Am Samstag fand eine Streikkundgebung auf dem Gertrudenkirchhof, nahe der Mönckebergstraße statt.
Hamburgs Ver.di-Chef Wolfgang Rose, der Schauspieler Rolf Becker und Kolleginnen und Kollegen aus den bestreikten Betrieben hoben in ihren Redebeiträgen hervor, dass es neben dem Kampf um bessere Löhne bei den Streiks inzwischen auch um politische Ziele ginge, da die Lebensbedingungen großer Teile der Bevölkerung sich ständig verschlechterten.
Ver.di-Fachbereichsleiter Ulrich Meinecke stellte die Entwicklung seit dem letzten demütigenden Tarifabschluss dar, als die Arbeitgeber die erst wenig entwickelte Kampffähigkeit und Bereitschaft von Gewerkschaft und Beschäftigten rücksichtslos für sich und ihre Ziele ausnutzten und einen 1% Abschluss für 2 Jahre erzwungen hatten. Dies sei einer der Gründe gewesen, warum die Beschäftigten im Einzelhandel in diesem Jahr so kampfentschlossen und selbstbewußt agieren können. |
|
 |
|
|
|
|

|
|
|
 |
Unter dem Druck der Streiks signalisierten die Arbeitgeber inzwischen Gesprächsbereitschaft. "Wir wollen genauso wie Ver.di zu einem baldigen Ergebnis kommen", ließ Einzelhandelssprecher Ulf Kalkmann erkennen. |