09.01.2012
Austellung: BECKMANN & AMERIKA

In diesem Jahr gab es drei Ausstellungen mit Arbeiten von Max Beckmann: in seinem Geburtsort Leipzig, in Basel und Frankfurt am Main. Das Städel Museum präsentiert Max Beckmanns – 1884 –1950 – in den Staaten entstandene Spätwerk des Künstlers erstmals in einer monografischen Sonderausstellung. Es sind insgesamt einhundertzehn Exponate - darunter 41 Gemälde, zahlreiche Zeichnungen, Aquarelle, Druckgrafiken und Skulpturen - die einen allumfassenden Einblick in die letzten Schaffensjahre des Künstlers geben. Der bedeutende Künstler, von der NS-Kulturpolitik betroffen, seine Kunst wurde aus den Museen entfernt, musste, da er auch seine Professur an der Städelschule in Frankfurt verlor, ging 1937 nach Amsterdam ins Exil.

Erst zehn Jahre nach seinem Exil in den Niederlanden konnte er dank der Vermittlung seines Kunsthändlers Curt Valentin einen Lehrauftrag in den Staaten annehmen. Das Leben in den Staaten bietet Beckmann ihm ungeahnte Möglichkeiten an. Es sind vor allem die menschlichen Begegnungen wie fortschrittliche Institutionen. Abseits von Europa sind es Beckmanns letzte aber überaus produktivsten Lebensjahre. In drei Jahren entstehen 85 Gemälde. Unter seinen Themen finden sich wenige Landschaften, dafür viele Stilleben. Auch Bilder mit religiösen und mythologischen Sujets sind dabei.

Die Frankfurter Ausstellung beginnt mit der ersten Erwerbung der „Kreuzabnahme“ von 1917. Das Bild kaufte der Städel-Direktor Georg Swarzenski 1919 direkt aus Beckmanns Atelier an. 1937 zeigten die Nationalsozialisten das Ölgemälde in ihrer infamen und verletzenden Ausstellung „Entartete Kunst“. Heute gehört diese Arbeit der Sammlung des MoMA in New York und wurde von dort für die Frankfurter Ausstellung ausgeliehen.

Sein Aufenthalt in den Staaten beginnt in St. Louis Missouri. Hier lebt er zwei Jahre, hat eine Gastprofessur an der Washington University. Der Umzug nach New York im Herbst 1949, hier unterrichtet er an der Brooklyn Museum Art School, ist Beckmann in mitten eines pulsierenden, kosmopolitischen Umfeldes. Es ist das Zentrum der Kunst mit dem kulturhistorischen Schätzen des Metropolitan Museum of Art. Zahlreiche kürzere und längere Reise, auch in den Mittleren Westen und die Westlüste Kalifornien inspirieren den Maler zu neuen Bildern. Trotz dem bleibt Max Beckmann bis zu seinem Tod in der Neuen Welt europäischer Maler.
Auch nach Ende der Ausstellung beleibt die Ausstellung im vorzüglichen Katalog erhalten.
khw

BECKMANN & AMERIKA
Städel Museum Frankfurt/Main
Geöffnet Dienstag,Freitag bis Sonntag 10-18 Uhr
Mittwoch – Donnerstag 10-21 Uhr
Katalog 34,90 EUR