| Bucerius Kunst Forum: Gerhard Richter. Bilder einer Epoche |
 |
Das Konzept der Ausstellung kommt von Uwe M Schneede, dem Ex-Direktor der Hamburger Kunsthalle. Was ihm in seinen Zeiten am Glockengießerwall nicht möglich gewesen ist, das befördert 2011 die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius.
Rund fünfzig Arbeiten von Gerhard Richter wurden von den Vereinigten Staaten bis Bayern und bedeutenden Privatsammlungen der Schweiz, Großbritannien und der Bundesrepublik ausgewählt. Eine imposante Auswahl, die dem künstlerischen Phänomen Gerhard Richter gerecht wird.
In der Regel verwendete Richter Bildmotive, die er den Magazinen stern und Quick entnahm und brachte diese Bilder, umgearbeitet in seinem Stil, als Großformat auf die Leinwand. Dokumentarfotos hatten in den Jahren der fernseharmen Zeit, es gab noch die Wochenschau im Kino, eine große Wirkung. Damit schuf er seine Bilder und seine Sicht auf diese Epoche.
Andy Warhol und Roy Lichtenstein ähnlich, bildete er auf seinen Arbeiten auch das Banale des Alltages ab. Ob nun heute Gerhard Richters Werk als Wiedergeburt der Malerei aus dem Geist von Pop Art und Fluxus betrachten werden kann, das muss gesondert hinterfragt werden. Sein Zyklus „18. Oktober 1977“, die Selbstmorde der
RAF-Mitglieder in Stuttgart-Stammheim, heute im Museum of Modern Art in New York, genügt nicht. Anders bei den Arbeiten des Fluxus-Künstlers Wolf Vostell. In seinem Œuvre hat Vostell politische Standpunkte hinterlassen, auch zum inhumanen US-Bomben-Einsatz auf die Bevölkerung von Vietnam.
Werbewirksam nennt sich die Gerhard Richter Ausstellung im Bucerius Kunst Forum „Bilder einer Epoche“. Ist es nun die Epoche vor 1989 oder danach? Ein anderer Titel wäre gerechter gewesen.
khw
Gerhard Richter. Bilder einer Epoche
Bucerius Kunst Forum bis zum 15.Mai 2011
Rathausmark 2
20095 Hamburg
Täglich 11-19 Uhr – Donnerstag bis 21 Uhr
Katalog in der Ausstellung 24,80 EUR |
|
|
|