21.01.2012
Zeitgeschichte: KRUPP

Krupp ist der Name einer deutschen Industriellenfamilie des 19. und 20. Jahrhunderts. Der Krupp-Konzern war zeitweise das größte Unternehmen in Europa. Zu den Krupps hat der Autor Harald James, Professor für Geschichte und Internationale Beziehungen eine Firmengeschichte geschrieben. Im Untertitel nennt er das globale Unternehmen eine deutsche Legende. Für den Historiker zählt das 1811 gegründete Unternehmen zum Symbol der deutschen Industrie mit zahlreichen technischen Pionierleitusngen.

Der Erfolg der von Friedrich Krupp gegründeten und unter der Leitung seines Sohnes Alfred zu wirtschaftlicher Blüte geführten Unternehmungen prägen das Bild der Firma. Auch die Größe des Werksgeländes bestimmen das Bild der Stadt Essen von Beginn der Hochindustrialisierung bis weit nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. 1852/1853 wurde von Alfred Krupp - der Mann wurde auch der „Kanonenkönig" genannt - ein nahtloser Radreifen erfunden und als sicheres, bruchgeschütztes Eisenbahnrad dann patentiert. Über Jahrzehnte verkaufte er seine Radreifen an die nordamerikanischen Eisenbahnen und begründete damit den Erfolg des Unternehmens. Die drei Ringe des 1875 eingeführten Firmensymbols erinnern daran bis heute selbst im Firmenzeichen der Thyssen Krupp AG. Am 17. Oktober 1912 wurde von Krupp das Patent zur Herstellung von Gegenständen, von hoher Widerstandskraft gegen Korrision erfordern, angemeldet. Der Gebrauchsmusterschutz des Warenzeichens „Nirosta" - nichtrostender Stahl - erfolgte 1922. Es war der Nirostastahl der in den folgenden Jahrzehnten stetiges Wachstum hatte.

Stets suchten die Krupps - mit Ausnahme der Jahre der Weimarer Republik - die Nähe zu jeder deutschen Regierung. Die von ihnen hergestellten Waffen, vor allem Kanonen, waren auf den Schlachtfeldern Europas von 1866 bis 1945 präsent. Das bekannteste Geschütz aus der Kruppschen Waffenschmiede im Ersten Weltkrieg war der Mörser „Dicke Bertha". Den Vornahmen Bertha trug auch Gustavs Frau mit dem Zusatz Krupp von Bohlen und Halbach. Im Ersten Weltkrieg steigerte Krupp dank staatlicher Aufträge seine Rüstungsproduktion. Nach Kriegsende kam das erwachen, da verbot der Vertrag von Versailles der Firma jede Herstellung von Waffen. Mit neuen Produkten versuchte Krupp sich in neuen Geschäftsbereichen. Es wurden Lastwagen, Lokomotiven und Bagger, selbst Motorroller gebaut, um die Verluste der nicht mehr vorhandenen Rüstungsaufträge auszugleichen.

Die kamen 1933 mit der Machtübernahme der Nazis 1933 für Krupp wieder. Bereits 1934 war das Unternehmen mit der Herstellung von Waffen erneut in der Gewinnzone. Krupp wurde die wichtigste Rüstungsschmiede im Reich. Wie alle deutschen Montanunternehmen setzte auch Krupp während des Zweiten Weltkrieges zur Arbeit Zwangsarbeiter ein. Es waren sowjetische Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter wie Häftlinge aus Konzentrationslager die bei Krupp in der Waffenproduktion arbeiten mußten. Nach dem Krieg verlor Krupp durch Reparationen und Enteignung den Großteil seiner Fabrikanlagen. Auf Weisung der Alliierten werden Berg- und Stahlwerke verkauft.

Im Juli 1948 verurteilt ein amerikanischen Militärgericht in Nürnberg Alfried Krupp als Kriegsverbrecher zu Haft im Gefängnis Landsberg.

Bereits 1951 ist der Industrielle bereits begnadigt und sitzt ab 1953 wieder in der Chefetage. In diesem Jahr ernennt er Berthold Beitz zum Generalbevollmächtigten des Unternehmens und ist es bis heute. In den folgenden Jahren wird der Konzern neu gliedert und stark erweitert. Nach dem Tod von Alfried Krupp von Bohlen und Halbach am 30. Juli 1967 und dem Verzicht seines Sohn Arndt auf das Erbe, geht sein gesamtes Vermögen in die gemeinnützige Alfred Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung über. Seit den 1980er Jahren gibt es Fusionsverhandlungen zwischen Krupp und Thyssen, die stets scheitern. Ein neuer Integrationsprozeß beginnt 1997 der am 17. März 1999 mit Eintragung der neuen Firma Thyssen Krupp AG in das Handelsregister endet.

Kritik: Über weite Strecken schreibt der Autor die Krupp-Legende zu glatt.
khw

Harald James: KRUPP
Deutsche Legende und globales Unternehmen
Verlag C.H. Beck München 2011 - 344 S. mit zahlreichen Abbildungen
Gebundene 19,95 EUR