13.09.2011
Roman: IN ZEITEN DES ABNEHMENDEN LICHTS

Es ist das späte Romandebüt von Eugen Ruge mit dem Titel „IN ZEITEN DES ABNEHMENDEN LICHTS“ das er vorlegt. 1954 wurde er im Ort Soswa in der Sowjetunion im nördlichen Ural geboren. Hierhin wurde sein Vater Wolfgang Ruhe, er war als Kommunist aus Nazideutschland geflohen, gemeinsam mit Russen deportiert.

Mit seinen Eltern kehrte er 1958 zurück nach Berlin/DDR. An der Humboldt-Universität studierte er Mathematik und wurde nach seinem Diplomabschluß Mitarbeiter am Zentralinstitut für Physik der Erde an der Akademie der Wissenschaft der DDR. Auch hat er für das DEFA-Studio für Dokumentarfilme gearbeitet. Die schriftstellerische Tätigkeit begann Ruge 1986. Er übersetzte Texte von Tschechow.

Für das Manuskript „IN ZEITEN DES ABNEHMENDEN LICHTS“ wurde Eugen Ruge 2009 mit den Alfred Döblin Preis ausgezeichnet, das als Buch vorliegt.

In seinem Roman reflektiert der Autor die Geschichte seiner Familie. Es ist eine wechselvolle Geschichte, die mit dem Exil beginnt und im Jahr 1989 und weiter reicht. Es sind drei Generationen, über die Eugen Ruge berichtet. Die Großeltern, Genossen der KPD, kommen aus ihrem Exil in Mexiko zurück in die DDR, um beim Aufbau mitzuhelfen. Anders der Sohn, auch er immigriert in die Sowjetunion und kommt während der Stalin-Hysterie in ein Sibirisches Lager. Gemeinsam mit seiner russischen Frau kehrt auch er in die DDR zurück. Ob die DDR eine Republik von Kleinbürger war, muß zu einem späteren Zeitpunkt geklärt werden, die BRD war auf jedenfall die Republik der Spießbürger und ist es über 1989 bis heute geblieben.

Für die Strahlkraft der Utopie, kurz Marxismus genannt, ist der Enkel nicht überzeugt und wechselt am 90.Geburtstag des Großvaters die Grenzen, geht in den Westen. Für dem Enkel war es der Schritt, da die Zeit des abnehmenden Lichts, gemeint ist wohl der rote Stern, begann.

Eugen Ruge hat seine Erfahrung mit der Utopie von der Seele geschrieben. Auch haben Autoren mit dem Versuch der Umsetzung der Utopie andere Erfahrungen gemacht. Ruges Buch kann die Diskussion über hier und dort befördern. Zu wünschen wäre es.
khw

Eugen Ruge – IN ZEITEN DES ABNEHMENDEN LICHTS
Rowohlt Verlag Reinbek bei Hamburg 2011 – 530 Seiten – 19,95 EUR