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30.08.2010
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Zur Geschichte der DDR: Diestel - Aus dem Leben eines Taugenichts?
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Anfang 1990 lernte ich in Rostock den Vater von Peter-Michael Diestel kennen. Unter den Titel „Vater und Sohn“ wollte ich einen Dokumentarfilm über den NVA-Offizier und den Rechtsanwalt und Minister des Inneren der DDR drehen. Meine Absicht wurde vom Sohn unterlaufen, der Vater war nicht mehr bereit, der Sohn schon gar nicht.
Peter-Michael Diestel´s vorgelegtes Buch ist keine Biographie, sondern seine Ansicht zu den wirren Tagen von der Jahreswende 1989/1990 bis zur Aufgabe der Eigenständigkeit der DDR, was durch den Beitritt erfolgte. Den Feiertag eines 7.Oktober der DDR gibt es nicht mehr, statt dessen wurde der 3.Oktober als Tag der Einheit diesem vorgeschaltet. Aber wo ist die Einheit?
Peter-Michael Diestel, geboren am 14.Februar 1952 in Prora auf Rügen, war nach einer Berufsausbildung mit Abitur als Rinderzüchter, seit 1972 als Schwimmlehrer, Bademeister und Rinderzüchter tätig. Von 1974 bis 1978 studierte er an der Karl-Marx-Universität in Leipzig Jura. Nach seinem Studium arbeitete er bis 1989 als Leiter der Rechtsabteilung der Agrar-Industrie-Vereinigung Delitzsch. Zum Dr. jur. wurde Diestel 1986 mit einer Dissertation .über LPG-Recht promoviert. Im Dezember 1989 ist Diestel Gründungsmitglied der Christlich-Sozialen Partei Deutschlands (CSPD) und im Januar 1990 der Deutschen Sozialen Union (DSU) und wird bis zum Juni 1990 ihr Generalsekretär. |
Am 18. März 1990 wird Diestel Abgeordneter der Volkskammer und ist von April bis Oktober stellvertretender Ministerpräsident und Nachfolger von Lothar Ahrendt Minister des Inneren der DDR. Mit seinem Austritt aus der DSU im Juni 1990 findet er seine neue politische Heimat in der CDU.
Peter-Michael Diestel schildert in dem Band seine Begegnungen mit den letzten Polit-Akteuren der DDR.
Anhand von Erinnerungen, Dokumenten und Erzählungen, zum Teil von anderen Protagonisten, berichtet Diestel auch über den Umgang mit dem politischen Erbe der DDR. Auch erklärt er sein Verhältnis zu Polizei und Geheimdienst des untergegangenen Staats und klärt auf über die anhaltenden Vorwürfe, er sei ein »Stasifreund«. Dabei gibt er auch Auskunft darüber, was hinter seinem anwaltlichen Engagement für Dopingsünder und ehemalige Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR steht. Auch eine Begegnung mit Erich Honecker schildert er, der sich dafür interessierte, wie er denn überhaupt zu seinem Ministeramt gekommen sei.
Peter-Michael Diestel „Leben eines Taugenichts“ ist ein ehrlicher und differenzierter Rückblick eines Mannes, der sich mit Rechtlichkeit, unkonventionellem Auftreten und festen Grundsätzen die Sympathien vieler Bürger und Politiker erworben hat. Das |
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Coverbild, was den Band ziert, wurde von Paul Eisel gemalt, der ein Absolvent der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig und einmal Meisterschüler von Bernd Heisig war.
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Peter-Michael Distel mit Hannes Hofmann: Diestel – Aus dem Leben eines Taugenichts?
Verlag Neues Berlin 2010, 256 Seiten. 16,95 EUR
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