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25.05.2010
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Der Architekt am Strand
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In Niklas Maaks Band geht es um den Architekten Le Corbusier, als Charles-Edourad Jenanneret-Gris am 6. Oktober 1887 im Schweizer Kanton Neuenburg geboren wurde. Zu Beginn der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts nahm er in Anlehnung an den Namen seines Urgroßvaters den Namen Le Corbusier an. Als einer der bedeutendsten und einflussreichsten Architekten des 20.Jahrhunderts lösen seine Ideen heute noch bisweilen Kontroversen aus.
Nach 1945 mußte der Architekt sich um ein neues Image bemühen. Noch auf seiner zweiten Lateinamerikareise entwarf er in Brasilien 1936 zusammen mit den einheimischen Architekten Lúcio Costa, Oscar Niemeyer und weiteren Kollegen das Erziehungs- und Gesundheitsministerium für Rio de Janeiro. Auf der Pariser Weltausstellung 1937 war er mit dem Ausstellungspavillon "Temps nouveaux" vertreten. Das gemeinsame Architekturbüro mit Pierre Jeanneret in Paris schloß Le Corbusier sofort nach der schnellen Niederlage Frankreichs 1940 und floh mit seiner Frau in die Pyrenäen. Am 3. Juli 1941, nur zwei Tage nachdem sich Marschall Pétain in Vichy seine Hitler genehmen Regierung installiert hatte, zog Le Corbusier dorthin um, knüpfte Kontakte. Er bekam auch Aufträge und führte sie durch.
Über Le Corbusiers politischer Haltung in jenen Jahren gab es Zweifel. Bereits in den 30er Jahren hatte er Sympathien für die politische Rechte erkennen lassen. Das führte dazu, daß sich Mitarbeiter von ihm distanzierten. Heute läßt sich belegen, daß er hat mit der Vichy-Regierung, Hitler, mit dem Faschismus sympathisierte. Dabei verleugnete Le Corbusier - seit September 1930 französischer Staatsbürger - in Vichy seine Schweizer Herkunft. Das wohl aus Angst, damit seiner Karriere zu schaden.
Am 31.Oktober 1940, dem Tag, an dem Marschall Pétain die Parole der „Kollaboration“ mit Nazi-Deutschland ausgegeben hatte, seiner Mutter: „Wenn es ihm mit seinen Ankündigungen ernst ist, kann Hitler sein Leben mit einem großartigen Werk krönen: der Neugestaltung Europas.“ |
Der Professor für Architektur an der ERH Zürich Hans Kollhoff zu Le Corbusiers Arbeiten: „Seinen rigorosen städtebaulichen Großprojekten ist ein totalitärer Charakter nicht abzusprechen“. Eine ähnliche These vertritt der Lausanner Architekturhistoriker und Professor an der EPFL Pierre Frey: „Le Corbusier war ein radikaler Theoretiker einer Art räumlichen Eugenik und ein rabiater Antisemit. Le Corbusier hätte, ohne mit der Wimper zu zucken, auch für Hitler gebaut.“
Ob es die Muschel oder der Panzer eines Krebses seine Arbeit anregten oder auch nicht, ist von untergeordneter Bedeutung. Der schweizerisch-französische Architekt war ebenso ein Theoretiker, Stadtplaner, Maler, Zeichner, Bildhauer und Möbeldesigner: Mit seiner Grafik ist er 1959 Teilnehmer der documenta II in Kassel.
Ein mehr über den Architekten wie seine Arbeiten liefert Niklas Maak mit seinem Band. Mit 78 Jahren ertrinkt Le Corbusier nach einem Herzschlag beim baden im Mittelmeer nahe seinem Ferienhäuschen Le Cabanon.
khw
Niklas Maak: Der Architekt am Strand
Le Corbusier und das Geheimnis der Seeschnecke
Edition Akzente Carl Hanser-Verlag München 2010-03-22
240 Seiten – 17,90 EUR |
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