|
25.05.2010
|
|
Biographie: Er rührte an den Schlaf der Welt – Ernst Busch
|
Es ist eine Fleißarbeit die von Jochen Voigt geschriebene Biographie über den Schauspieler und Sänger Ernst Busch. Nach der 1987 im Henschelverlag Berlin, DDR, von Ludwig Hoffman und Karl Siebig verlegten Biographie mit dem Titel: „Ernst Busch. Eine Biographie in Texten, Bildern und Dokumenten“ ist es ein anderer Versuch, das Leben und Wirken des Kommunisten Ernst Busch zu erfassen. Noch immer wird der Künstler liebevoll der „Barrikaden-Tauber“ genannt. Und an dem Namen ist etwas dran, wenn man sein Leben betrachtet.
Die Biographie von Hoffman/Siebig erscheint parallel zum mehrteiligen Dokumentarfilm der DEFA „Busch singt“. Der Mehrteiler wurde befördert vom Präsidenten der Akademie der Künste der DDR Konrad Wolf, der das Konzept entwickelte wie auch Regie führt. Bekannt sind seine Spielfilme „Ich war neunzehn“, „Der nackte Mann und der Sportplatz“ und „Solo Sunny“.
Die Biographie von Voigt beruht auf Recherchen für seine Magister und Dissertation. Im Vorwort schreibt Voigt: „Mein Vater hatte in den 70er-Jahren zwei Ernst-Busch-Platten aus dem Dortmunder pläne-Verlag gekauft, die er bei uns zu Hause zeitweise so oft und so laut zu Gehör brachte wie meine Mutter ihr geliebtes Doppelalbum „Elvis forever“. Man kann annehmen, das er über die Ernst Busch Platten in seinem Elternhaus zum Thema Ernst Busch angeregt wurde. |
Anders als das Autorenkollektiv Hoffmann/Siebig lernt Voigt den Schauspieler und Sänger Ernst Busch nie „live“ kennen gelernt, der war bereits am 8.Juni 1980 verstorben. Fotos und Spielfilme, seine Lieder wie Nachfragen bei Personen, die den Künstler persönlich kannten, mußten dem Autor genügen. So schildert er facettenreich Buschs Leben aus der Sicht eines Nachgeborenen. Die Biographie ist keine Lobeshymne auf Busch, das zeigen die Buchkapitel: „Pasameros: Von Madrid nach Moabit“, „Sänger des Volkes“ und „Kapitalist, Stalinist und Querulant“.
Bei seiner Nachfrage hat Jochen Voigt zu Ernst Busch dabei Interessantes und Spannendes über das Leben des Künstlers gefunden. Häufig sind es Funde, die nur einen Historiker interessieren. Trotz der teilweise kritischen Betrachtung in der Biographie von Jochen Voigt bleibt Ernst Busch der Künstler, der sein Jahrhundert engagiert und parteilich begleitet hat.
khw
Jochen Voigt: Er rührte an den Schlaf der Welt
Ernst Busch – Die Biographie
Aufbau-Verlag Berlin, 2010,
516 Seiten – 24,95 EUR |
|
 |
|