12.12.2009
Bildband: Bretagne

Das zentral regierte Frankreich besteht nicht nur aus der Welt- und Hauptstadt Paris. In dem Land zwischen Atlantik und Mittelmeer gibt es viel zu entdecken. Dazu zählt auch die Bretagne. Einen wunderbaren Bildband hat in diesem Jahr der Berliner Fotograf Mathias Bothor vorgelegt. Kein bebildeter Reiseführer a la >Baedeker<. Im dem Band gibt viel von der Landschaft wie seinen Menschen zu entdecken.

Es ist ein weites, flaches Land mit einem unendlichen Horizont, dazu eine endlose Küste mit Städten, die den Schiffsbau noch betreiben. Diese Städte erinnern auch an die Besetzung durch Hitlers Armeen zur Mitte des vergangenen Jahrhunderts. Erinnert sei an den Film „Das Boot“ von Petersen. Leider hat der Regisseur den Seemänner von Dönitz – waren sie nicht Kriegsfutter, da ihre U-Boot immer häufiger zu schwimmenden Särgen wurden – nur heroisch gewürdigt.

Die Bretagne ist die zwei wichtigste Region des Tourismus im Lande. Trotz 12 Millionen Besuchern im Jahr sind im August, wenn Paris und Frankreich urlaubt, die Strände nie überfüllt. Es sind die Fotos der Landschaft die im Wechsel mit Portraits von Einheimischen, die den Reiz des Bildbandes ausmachen. Es sind keine Pixelfotos. Alle im Buch veröffentlichten Fotos sind im klassischen Sinne Fotos, wurden auf Farbnegativ aufgenommen und dann mittels eines Scanners für den Druck aufbereitet. Somit ist der Bildband keine austauschbare ästhetische Kunstfotografie. Was mir im Band fehlt, sind die Salzbauern der Bretagne.
khw

Mathias Bothor Bretagne
Texte von Martina Wimmer und Jan Keith.
Mare Verlag, Hamburg 2009 - 136 Seiten, Gebunden, 58,00 EUR