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Das Afghanistan-Problem
Es ist nicht nur ein Problem:

Korruption ist laut einem UN-Bericht das größte Problem in Afghanistan. Im Alltag leiden die Menschen in Afghanistan mehr unter der allgegenwärtigen Korruption als unter der schlechten Sicherheitslage. Dies geht aus einer in Wien vorgelegten Studie des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) hervor. 2009 belegten im inter- nationalen Korruptions-Index von 163 Ländern Afghanistan, Myanmar, Sudan und der Irak die hintersten Plätze.

Drogenanbau: Die Drogenproduktion am Hindukusch gefährdet die Stabilität im Land und man hat immer noch kein Konzept, um das Problem in den Griff zu bekommen.

Afghanistan ist der weltweit führende Hersteller von Rohopium, dem Grund- stoff von Heroin. Die Anbaufläche von Schlafmohn, aus dem Opium produziert wird, ging zwar laut aktueller Studie der Vereinten Nationen um ca. 19% zurück, trotzdem stammen 93% der globalen Opiumproduktion aus Afghanistan.

Auch eine stetig wachsende internatio- nale Militärpräsenz in Afghanistan konnte diese Entwicklung nicht verhindern: Seit 2003 hat sich die Drogenproduktion mehr als verdoppelt. Für die ISAF Truppen ist das ein Problem: Sie ist nicht nur Haupt- einnahmequelle von lokalen Drogenbos- sen und Warlords, sondern auch von den radikalislamischen Taliban-Kämpfern. Deren Ziel ist es, Afghanistan zu destabi- lisieren; das Gegenteil von dem, was die internationale Staatengemeinschaft und die Nato am Hindukusch zu erreichen suchen.

Armut: Man sollte bedenken, dass erst wenn der Mensch genug zum Leben hat, er sich Gedanken über Demokratie und Freiheit macht. Zuvor ist das Überleben wichtiger. Verbesserte man die (Lebens-) Situation, würde das auch den Rückgang der Korruption fördern. Für den Fall, dass nicht noch mehr Afghanen dem Krieg zum Opfer fallen, wieder genug Nahrung, fließendes Wasser und eine gute Infrastruktur gibt, werden die Afghanen sich von den Taliban abwenden. Viele stehen ihnen nahe, da die Taliban und die Drogenbarone im Verhältnis sehr gut zahlen. Somit sollte der Westen den Afghanen helfen, die Grundbedürfnisse zu sichern, bevor man versucht, die "perfekte Demokratie" zu schaffen.


nine-eleven 2001