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. . . macht sich Sorgen um die Landtagswahl in Baden-Württemberg
Stündlich, sogar im Minutentakt, eine sich verändernde Situation bei den schwer beschädigten Atomkraftwerken in Japan. Zugespitzt haben sich die Probleme beim AKW Fukushima Daiichi, bekannt auch als Fukushima I. Eine zu hohe Strahlenbelastung war es, dass zeitweilig die Arbeiter das Kernkraftwerk verlassen mussten. Drei der sechs Reaktoren von Fukushima Daiichi droht die Kernschmelze oder sie hat bereits begonnen. Exakt lässt es sich nicht ermitteln. Ein Brand im Reaktor 4 brachte das Dach zum Einsturz. Zeitweilig war auch ein Lager für verbrauchte Kernbrennstäbe in Brand geraten. Ursache des Brandes, in den Abklingbecken war kein Kühlwasser mehr vorhanden, das die Kernbrennstäbe bedeckte.
Inzwischen wurde die Evakuierungszone um das AKW Fukushima I von 20 auf 30 km erweitert. Die Bevölkerung verlässt nur langsam diese Zone, es fehlen Notquartiere. Nach langem Schweigen warnt jetzt die japanische Regierung die Bevölkerung vor den radioaktiven Strahlen und die Folgen für die Gesundheit der Bürger. Bei mehr als 400 Millisievert (mSv) drohen akute Gesundheitsschäden.
Das riesige Aufgebot an einheimischen und ausländischen Helfern hat das Tsunami-Gebiet an der nordostjapanischen Küste nicht im Griff. Den Helfern fehlt es an Wasser und Lebensmitteln, um die Überlebenden zu versorgen.
Es sind auch keine Notunterkünfte vorhanden und das bei nächtlichen Minus- temperaturen. Und immer wieder Nachbeben mit Werten bis über sechs der Richterskala.
Die Helfer haben die kerntechnische Katastrophe des AKW Fukushima 1 nicht im Griff. Damit wird es zu einem Wettlauf mit der Zeit. Am Kernkraftwerk ist ein gemessener Strahlenwert von 1000 mSv vorhanden. Für AKW-Arbeiter ist die Sicherheitsgrenze auf 100 mSv festgelegt und kurzfristig auf 200 mSv erhöht. Der Kampf der Arbeiter und Ingenieure ist ein verzweifelter, ob sie diesen mit ihrem gesundheitlichen Einsatz gewinnen, ist fraglich. Die derzei- tigen Rettungsversuche haben den Anschein als geschehe das ohne Plan.
Das atomare japanische Desaster hat die schwarz-gelbe Bundesregierung zu einer Kehrtwende in ihrer Atompolitik veranlasst. Waren vor einem halben Jahr noch alle deutschen AKWs für Frau Merkel sicher, hat sie nach den Vor- fällen in Japan und im Hinblick auf die kommenden Landtagswahlen, vor allem in Baden-Württemberg, ihre Meinung kurzfristig geändert.
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Nach weiteren Explosionen steigt die örtliche Strahlenbelastung immer weiter.
Und immer wieder Beschwichtigun- gen des Regierungssprechers.



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Nicht mehr das Gesetz zur Verlängerung der Laufzeiten für Kernkraftwerke, beschlossen mit der CDU/CSU/FDP-Mehrheit vom Bundestag, sondern ein „Moratorium von 3 Monaten“ gilt. Danach sollen 7 AKWs, darunter Brunsbüttel, Biblis A, Neckarwestheim I, Isar I und weitere 3 für drei Monate vom Netz genommen werden. Nicht mehr ans Netz gehen soll das seit Jahren bereits abgeschaltete Pannenatomkraftwerk Krümmel.
Ihren Kurswechsel und die neue Linie begründet die Frau Bundeskanzlerin mit einem Hinweis auf das Atomdesaster in Japan, dass selbst Risiken, deren Eintreffen für unmöglich gehalten wurde, nun nicht mehr vollends unwahrscheinlich ist. Nur das hätte Frau Merkel als Dr. der Physik bereits vorher wissen müssen. Will sie nun Stefan Mappus in Baden-Württemberg sein Ministerpräsidentenamt damit retten? Es hat alles den Anschein. FDP-Mann Westerwelle sicherte das „Moratorium“ mit ab. Ob der Schnellschuß von Frau Merkel ohne Beschluß des Bundestags bestand hat, läßt derzeit der Bundestagspräsident Lammert (CDU) prüfen. In Kürze werden wir das Ergebnis wissen.
In der Nacht vom 16./17. März hat auf Beschluß der Landesregierung von Baden-Württemberg ihren Anteil am „Moratorium“ umsetzen lassen. Der landeseigne Energieversorger EnBW schaltete auf Anordnung des BW-Umweltministeriums die zwei AKWs Neckarwestheim I und Philipsburg I im Rahmen des Moratoriums für 3 Monate ab. So will der Ministerpräsident von Baden-Württemberg Mappus seine Wiederwahl retten. Ob es ihm gelingt, werden wir am Abend des 27.März nach der ersten Hochrechnung von ARD und ZDF wissen.
khw |