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Roland Koch
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| Mann nach oben, Aktie nach unten |
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Roland Koch, CDU, Ex-Ministerpräsident, Rechtspopulist, war schon immer der Auffassung: "Politiker verdienen zu wenig". 176.000 Euro plus Spesen, im Vergleich zu den befreundeten Herren in der "freien Wirtschaft" mit ihren Millionen-Boni, war sein Ministerpräsidentengehalt in der Tat nur ein bescheidenes Hungereinkommen.
Nun ist ihm, nach seiner Verabschiedung aus der Politik, der große Sprung nach vorn gelungen. Als Vorstandsvorsitzender des Baukonzerns Bilfinger Berger SE wird er sein Einkommen vermutlich versiebenfachen. Einem Konzernbericht aus 2009 ist zu entnehmen, dass der scheidende bisherige Chef Herbert Bodner ein Grundgehalt von 674.000 Euro, Tantiemen von zuletzt 770.000 Euro, Sachbezüge von 50.000 Euro und eine Altersversorgung von 270.000 Euro erhielt.
Ein Lottogewinn für Normalsterbliche. Und das für einen Mann, dessen |
moralische Bilanz als Politiker verheerend gewesen ist: Seit seiner Lüge in der CDU-Schwarzgeldaffäre Ende der 90er Jahre schwebte Koch ständig in der Gefahr, dass die Wahrheit über die Geldkoffer doch noch ans Licht kommt. Vetternwirtschaft bei der Besetzung von Spitzenpositionen in Hessen, parteipolitische Einflußnahme auf die öffentlich-rechtlichen Medien, die Liste seiner Verfehlungen vielfältig und bunt.
Als Spzialist für Ausländerfeindlichkeit schürte er auf niedrigstem Niveau Wahlkämpfe, um rechtsradikal orientierte Wähler für seine Zwecke zu instrumentalisieren. Große Teile des Politestablishments und die breite Front der Medien ließen ihn gewähren bzw. unterstützten ihn, wie immer, wenn es um die schwarze Macht in Bund und Ländern geht.
Eine besondere Fußnote im Rahmen seines bevorstehenden monitär vergoldeten Wechsels zum "Hans im Glück" ist seine Haltung gegenüber den armutsgefährdeten Hartz IV-Betroffenen im unteren Teil der Gesellschaft. Da spielt Roland Koch den mitleidlosen Zuchtmeister. Denn er ist es, dem das Urheberrecht auf die 1,1 Mio "Aufstocker"zusteht. In den Bundestagssitzungen 2003 beharrte er darauf, dass Arbeitslose jede Arbeit annehmen müssten, unabhängig von der Frage der Zumutbarkeit der Arbeit oder der Ortsüblichkeit von Löhnen.
Die Grünen-Sprecherin Thea Dückert damals in der Debatte – an den Ministerpräsidenten Koch des Landes Hessen gewandt: „Ich war wirklich erstaunt, wie überzeugt Sie davon offenbar sind –, dass es Sinn macht, in Deutschland Dumpinglöhne zu zahlen. Sie bieten den Erwerbslosen eine Leistung unterhalb des Existenzminimums an – das ist übrigens für jeden ein verfassungsrechtlich verbrieftes Recht –, die sie nur dann auf das Niveau des Existenzminimums aufstocken |
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können, wenn sie irgendeine Arbeit annehmen. Meine Damen und Herren, das Sozialstaatsgebot des deutschen Grundgesetzes in Wisconsin zu vergraben – das ist Ihr Ansatz.“
Zwei Monate später waren Sozialstaatsgebot und die sonstigen sozialen Schwüre allerdings vergessen: Alle Parteien im Bundestag – mit Ausnahme der Linken – wählten den freien Fall der Löhne für Deutschland.
Da wundert es nicht, dass viele auch ihm im neuen Job den freien Fall nach unten wünschen.
Ein erster Schritt ist getan: Als die Koch-Personalentscheidung die Runde machte, sank die Aktie des Unternehmens um rund 5% des bisherigen Wertes. Weiter so. |