11.03.2010
Gönner-Guido wieder in den Schlagzeilen
Reisen muss sich immer lohnen

Guido Westerwelle ist nicht nur ein spendabler Freund der Hoteliers und ein Kritiker unserer von Dekadenz befallenen Hartz IV-Opfer, er stellt nun auch noch unter Beweis, dass er ein familienfreundlicher Gönner und dankbarer Freund seiner Spendenfreunde ist.

Die designierte Linkspartei-Chefin Gesine Lötzsch formulierte es deutlicher: Sie hat Außenminister Guido Westerwelle der Korruption bezichtigt. Der FDP-Politiker sorge "liebevoll dafür, dass sein Lebenspartner, seine Familie und FDP-Großspender anstrengungslos zu noch mehr Wohlstand kommen", sagte Lötzsch heute der Nachrichtenagentur ddp in Berlin und fügte
sinnig hinzu: "Ich meine, dass es in diesem Land noch erlaubt sein muss, einen korrupten Politiker einen korrupten Politiker zu nennen."

Zuvor war bekannt geworden, dass Westerwelle bei seinen Auslandsreisen nichts Anstößiges daran findet, seine dienstliche Stellung - so wie es aussieht - auch für die Geschäftsinteressen seiner Familie einzusetzen. Bei seiner Asienreise im Januar genoss die Firma seines Bruders Kai Westerwelle und ein Geschäftsfreund seines Lebensgefährten Michael Mronz die Ehre, Mitglied der offiziellen Wirtschaftsdelegation zu sein.

Auch gegenüber anderen FDP-Fans erwies er dankbare Referenz. Parteien-Großspender und Westerwelle-Freund Cornelius Boersch, dessen Schweizer Firma Mountain Partners seit Jahren geschäftliche Kontakte mit den Westerwelle-Brüdern unterhält, war ebenfalls mit von der Partie,.

2009 übernahm eine Boersch-Firma das Mainzer Unternehmen Arygon, dem Mronz als Aufsichtsratsmitglied und Aktionär verbunden war. Die Arygon AG hatte zur Fußball-WM in Deutschland nach eigenen Angaben Lesegeräte für die Zutrittssysteme zu den Stadien geliefert.

Nach dem Asientrip folgte nun ein Ausflug nach Südamerika. Westerwelle will sich in Rio de Janeiro über Sport-Großereignisse in Brasilien wie die Fußball-WM 2014 und die Olympischen Spiele 2016 informieren. Da passt es sich trefflich, dass sein Freund Michael Mronz den Begleiter spielt, zumal der
nebenbei auch Sport-Event-Manager ist.

Im Außenministerium stöhnt man inzwischen: Mitarbeiter beklagen, dass wichtige außenpolitische Fragen im Haus derzeit kaum noch eine Rolle spielten, weil man in den letzten Monaten nicht mehr aus den Negativ-Schlagzeilen herauskommt.

"Reisen muss sich wieder lohnen", der Westerwelle hatte sich im Wahlkampf wohl versprochen.