05.03.2010
Bildung tut not
Das ZDF und die gesunkenen Brutto-Löhne

„Die Bruttolöhne sind gesunken – zum ersten Mal seit der Gründung der Bundesrepublik.
Der durchschnittliche Verdienst sank 2009 um 0,4 Prozent. Im Schnitt verdienten die Deutschen 27.648 Euro im Jahr. Schuld ist vor allem der Ausbau der Kurzarbeit," berichtete das ZDF in seiner Heute-Sendung.

Früher waren die öffentlich-rechtlichen intelligenter, heute vernebeln die Jagd nach den Quoten und der Rückgriff auf seichte Programme offensichtlich ihre redaktionellen Hirne.

Dass die Kurzarbeit Schuld an den gesunkenen Löhnen haben soll, ist eine dieser dümmlichen Theorien, die in neoliberalen Kreisen kursieren.

Ein wenig Nachdenken und schon müsste jedem klar sein, dass Kurzarbeit als Mittel zur Verhinderung von Arbeitslosigkeit keineswegs den Absturz der Bruttolöhne bewirkt, sondern ganz im Gegenteil den Absturz der gesamten Wirtschaft sogar gebremst hat.

"Schuld" an der Entwicklung gesunkener Löhne ist die kapitlastische Wirtschaft, nachzulesen bei Karl Marx vor über hundert Jahren.

Im übrigen war für die gesunkene Lohnquote maßgeblich, dass die Arbeitgeberzuschüsse zur privaten Krankenversicherung, die bisher den Bruttolöhnen zugerechnet wurden, jetzt als Arbeitgebersozialbeitrag klassifiziert werden, was natürlich unsinnig ist, da Sozialbeiträge dem einzelnen Beschäftigten zukommen, also auch zu seinem Bruttolohn gehören.

Zu vermuten ist, dass das getrennte Ausweisen des Sozialbeitrages ideologische Gründe hat.

Die Unternehmer möchten als Weihnachtsmänner des "Sozialstaates" erscheinen und kaschieren, dass sie es sind, die massgeblich für Krisen und Ausbeutung verantwortlich sind.

Man sieht: das ZDF ist wieder einmal auf beiden Augen blind