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Private-Krankenversicherung floppt
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| Die FDP und ihre Wahrheiten |
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"Ich will dem Volk die Wahrheit sagen", tönte Westerwelle, als er den Ärmsten der Republik bei Hartz IV den Kampf ansagte. Großspurig, mies, wie ein Gruftie des Sozialdarwinismus tönte er landauf, landab.
Ganz anders dagegen, wenn es um die eigene FDP-Klientel geht, dann werden unangenehme Wahrheiten kurzerhand unterdrückt und in den Giftschrank verbannt: Kein geringerer als Bert Rürup, Ex-Minister der SPD, danach gutbezahlter Lobbyist der Versicherungsbranche, von den Medien als "Experte" gehandelt, hat Zweifel daran geäußert, ob die Private Krankenversicherung |
einen bessseren Schutz gegen Beitragssteigerungen bietet als die Gesetzliche Krankenversicherung.
In einem Gutachten rechnet er vor, dass die Ausgaben für Privatversicherte von 1997 bis 2008 pro Versicherten um 49 Prozent, die der gesetzlich Versicherten nur um 31 Prozent gestiegen sind. Bei jüngeren Versicherten lägen die Prämien der Privaten zwar günstiger, aber das führe auf der anderen Seite zu überdurchschnittlichen Prämienzuwächsen bei den älteren Versicherten. Gewinner sind derzeit die Ärzte, die sich an den Privat-Versicherten schadlos halten könnten.
Die FDP, angetreten mit der Absicht, der Privaten-Krankenversiche- rung als zweite eigenständige Säule der Krankenversicherung mit lukrativen Marktanteilen zu begünstigen, hat mit diesem Gutachten ein heftiges Problem: Um die Prämien konkurrenzfähig zu halten, müsste die Gebührenordnung für Ärzte geändert, das heisst, für die Könige in Weiss verschlechtert werden. Will die FDP das aber wuppen, dann muss sie sich mit zwei Klientelgruppen anlegen - den Ärzten und ihren Organisationen sowie der Privatenkrankenversicherung.
Bundesminister Brüderle passte dieses Gutachten überhaupt nicht, es wurde die Notbremse gezogen: Von höchster Stelle wurde angeordnet, die Expertise im Giftschrank verschwinden zu lassen. Wegen der Liebe der FDP zu ihrer Wahrheit.
Gott sei Dank hatte der Giftschrank Löcher. Das Enthüllungsportal wikileaks veröffentlichte die Studie. |
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