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Die LINKE hat angefragt: |
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| Bundeswehr - Ehre auch für Nazis und Verbrecher? |
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Nur wenige Tage, nachdem die Bundeswehr ihr erstes bekannt gewordenes Massaker an 150 Afghanen zu verantworten hatte, wurde in Berlin das 4 Mio Euro- "Ehrenmal der Bundeswehr" eingeweiht. Geehrt werden sollen dort tausende Bundeswehrsoldaten, die infolge ihres Dienstes gestorben sind. Die bisher schon reichlich in Deutschland vorhandenen Kriegerdenkmäler reichen offenkundig nicht aus bzw. werden zukünftig nicht ausreichen, den staatlich verursachten deutschen Trauerbedarf zu decken. |
Die LINKE hat nun im Bundestag nachgefragt, welcher Personenkreis von der Trauer umfasst werden soll. Denn es gehört ja zu den Besonderheiten der Bundesrepublik, dass Zehntausende ehemaliger Nazi-Soldaten in den 50er-Jahren als gewendete Demokraten von der Bundeswehr übernommen wurden.
| Unter ihnen gab es Namen, die einen heute erschauern lassen. So sind gleich mehrere Angehörige faschistischer Generalstäbe in die Bundeswehr geholt worden, darunter der an der Planung des Überfalls auf die Sowjetunion beteiligte Adolf Heusinger (Chef der Operationsabteilung im Oberkommando des Heeres), Träger des Bundesverdienstkreuzes und heute noch dadurch geehrt, dass eine Bundeswehrkaserne nach ihm benannt wird. Ebenfalls übernommen wurde der Kommandant des Gebirgsjäger-Regiments 98, Reinhold Klebe, unter dessen Kommando am 16. August 1943 ein Massaker an den Einwohnern des griechischen Dorfes Kommeno verübt worden war. Auch etliche Angehörige der Legion Condor, die in Spanien Mörderdienste für Franco erfüllten, in dem sie z.B. die Stadt Guernika durch grausame Bombardierungen in Schutt und Asche legten, wie Oberleutnant |
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Eine Einzelüberprüfung der zu ehrenden bundesrepublikanischen Helden des Ehrenmals ist offensichtlich nicht erfolgt. Die Bundesregierung verweist heute darauf, dass auch die übernommenen ehemaligen Nazisoldaten die Überprüfung durch den damaligen Personalgutachterausschuss (1955-1957) überstanden hätten. DIE LINKE hebt zu Recht hervor, dass dies kein Zeichen für eine weiße Weste sein könne, da der Ausschuss weder den Willen noch die Kapazitäten gehabt habe, Kriegsverbrecher zu identifizieren und aus der Bundeswehr herauszuhalten. Sie wisse zwar im Einzelnen nichts über die Vita der zu Ehrenden, aber nach Lage der Dinge könne derzeit auch nicht ausgeschlossen werden, dass Kriegsverbrecher aus Wehrmacht oder Waffen-SS im Ehrenmal der Bundeswehr geehrt würden. |
Da fragt man sich natürlich, weshalb bei uns noch immer so verbissene Diskussionen um Stasi-Spitzel geführt werden müssen. Vergleicht deren Missetaten mit den heute teilweise hoch geehrten Nazi-Übeltätern, dann wirken Stasi-Plauderer wie lausbubehafte Ministranten, die ein aufgeschnapptes Beichtgeheimnis in der Kirchengemeinde ausgeplaudert haben.
Anfrage der LINKEN im Bundestag
Bericht über den Ehrenkult: SPIEGEL-Online in der üblichen Profillosigkeit


