18.11.2009

Studie zerpflückt Riester-Rente

Private Rentenversicherung ein Flop

Jetzt ist das Desaster offenkundig:
Die Riester-Rente ist ein Flop. Unsere Spezialisten in den Medien - von BILD über den STERN bis zum Spiegel sind blamiert.

Jahrelang haben sie zusammen mit ihren Freunden aus CDU, SPD, Grünen und FDP propagiert, dass eine private Zusatzrente, die Riester-Rente, das Gelbe vom Ei sei, weil die demosgraphische Entwicklung dies erfordere.

Die Hans-Böckler-Stiftung hat nun in einer Studie festgestelt: Die Riester-Rente lohnt sich weder für die Arbeitnehmer noch für die Gesamtwirtschaft. Die Finanzierung der höheren Kosten für Rente, Pflege und Gesundheit lasse sich durch einen Übergang zu einem kapitalgedeckten Rentensystem auch nicht besser bewältigen als im traditionellen Umlagesystem.

Längerfristig seien mit der Kapital- deckung auch keine höheren Renditen zu erzielen. Zudem sei das System weitaus anfälliger für weltwirtschaftliche Krisen. Laut den Berechnungen werden die Arbeit- nehmer bis zum Jahr 2030 durch die Riester-Rente stärker belastet.

Der Prognose zufolge müssten Arbeitnehmer mit der Riester- Rente dann vier Prozent ihres Einkommens für die private Vorsorge und elf Prozent als hälftigen Beitragssatz aufwenden, insgesamt also 15 Prozent ihres Bruttolohns.

Ohne die Rentenreformen müssten die Arbeitnehmer nur einen hälftigen Beitragssatz von 12,5 Prozent einzahlen, schreiben die Forscher.

Auch gesamtwirtschaftlich wirke sich die Riester- Rente eher negativ aus, heißt es in der Studie.

Im Zuge der Rentenreformen sei die Sparquote der privaten Haushalte zwischen 2002 und 2007 um knapp einen Prozentpunkt angestiegen.
Dagegen sei der Konsum der Haushalte um 1,5 Prozent gesunken. Unternehmen investierten den Angaben nach auch nicht mehr als vorher. Dies habe die Wirtschaftsleistung innerhalb von sechs Jahren real um fast ein Prozent und das Beschäftigungsniveau um gut ein halbes Prozent gedämpft, schreiben die Wissenschaftler in ihrer Studie.

Hier sehen wir wieder: Das sterotyp wiederholte Argument, durch zusätzliche finanzielle Belastung der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen würden Arbeitsplätze geschaffen, ist eines der größten Märchen dieses Jahrzehnts, die ständige Lüge von Neoliberalen und ihrem Anhang in Politik, Gesellschaft und Medien.

Gewinner der Riester-Rente sind allein Herr Riester und die Unternehmen, die zugunsten ihrer Aktionäre und ihres Profites erheblich geringere Sozialversicherungsbeiträge zu zahlen haben.
Spiegel-Titel vom 24. Januar 1977
Quelle: Stern 1995