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Schluss mit der Arbeitslosigkeit |
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| 28 Stundenwoche mit Lohnausgleich |
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Es ist eine einfache Rechenaufgabe: Wenn 90% der Arbeitnehmer Arbeit haben und 10% leer ausgehen, dann muss die Arbeitszeit der Mehrheit geringer werden, damit auch der Rest die Chance auf Beschäftigung hat. Jahrelang wurde - vom Arbeitgeberlager bis hin zu vielen Beschäftigten - das Gegenteil behauptet, Arbeitszeitverkürzung sei Teufelswerk und gefährde die wirtschatliche Entwicklung und die Sicherung von Arbeitsplätzen. |
| Nun hat sich die Diskussion - wenn auch aus durch- sichtigen Motiven - plötzlich geändert. So hat in diesen Tagen selbst der Boss des Arbeitge- berverbandes Gesamtmetall, Martin Kannegiesser, Arbeitszeitverkürzung unterstützt: Firmen mit wirtschaftlichen Problemen sollen demnach eine Option erhalten, die Wochenarbeitszeit - abweichend vom Flächentarif - von 35 auf 28 Stunden zu reduzieren. Allerdings spekuliert er dabei auf eine Lohnsenkung von 20%, die über die Steuerzahler zugunsten der Beschäftigten abgefedert werden soll. |
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| Er selbst will die Unternehmen völlig schadlos halten und sich damit der gesellschaftlichen Verantwortung entziehen. Und die SPD steht schon wieder vor den Bossen stramm „Ich finde, das ist eine sehr interessante Idee“, äußerte der Fraktionsvize Hubertus Heil öffentlich. Der Vorstoß verdiene es, „dass man sich darüber mit Gewerkschaft und Arbeitgebern zusammensetzt“. Nach der Rede des neuen Parteivorsitzenden Gabriel über die Deutungshoheit ("Die SPD werde nun neue Antworten entwickeln auf die anstehenden Fragen, was für die Menschen gut ist") hätte man eigentlich von den gewandelten Sozis die Frage nach dem Lohnausgleich erwarten können. Nach jahrzehntelangem Lohnraub und gigantischen Produktivitätsfortschritten muss für jeden selbstverständlich sein, die schon längst fällige allgemeine Arbeitszeitverkürzung zu Lasten derjenigen einzuführen, die bisher die Profiteure der wirtschaftlichen Entwicklung waren. Das war in der Geschichte übrigens schon immer so gewesen und wurde früher auch von den Unternehmern - oft nach heftigen Auseinandersetzungen - akzeptiert. |
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Spiegel-Titel vom 24. Januar 1977
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| Offensichtlich versuchen die Sozialdemokraten - wie in all den Jahren zuvor - das Problem zwingender arbeitsmarktlicher (wirksamer) Maßnahmen erneut auf die Gewerkschaften abzuwälzen, wobei inzwischen jeder hätte mitbekommen können, dass - auch durch die Agenda- Politik der SPD in den letzten 11 Jahren - die Kampfkraft der Gewerkschaften erheblich in Mitleidenschaft gezogen wurde, so stark, dass der IG Metall-Vorsitzende Huber sich nicht einmal mehr traut, Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich zu fordern.
Von einem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden einer abgestraften Partei hätte man mindest erwarten können, dass er die politische Forderung nach Herabsetzung der aktuellen gesetzlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 48 Stunden gefordert hätte, denn das fällt in seine Kompetenz als Abgeordneter des Deutschen Bundestages. |
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