30.10.2009

Tier- und Arbeitnehmerschutz in Sachsen

Standortvorteil und moderne Unternehmensstruktur

Die sächsische Sozialministerin Christine Clauß verlieh am Wochenende einen Tierschutz-Preis an zwei Tierfreunde: „Jetzt können die Kreisveterinärämter in Sachsen endlich auch im Bereich der landwirtschaftlichen Nutztiere den Worten Taten folgen lassen.

Die Tiere, die unter Bedingungen gehalten werden, die ihnen Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen, können jetzt in dem Tierheim untergebracht werden und müssen nicht bei ihren Besitzern bleiben.“ Vorbildhaft.

Soweit es die Bürger und Bürgerinnen betrifft, liest sich Sachsen allerdings wesentlich liebloser:
Da werben sowohl der Vogtlandkreis als auch die Stadt Plauen ganz ungeniert im Internet mit der Region als Niedriglohnstandort. "Profitieren Sie von dem immer noch relativ niedrigen Lohnniveau."

Die Verantwortlichen finden das völlig o.k.: "Warum soll man das dann nicht so reinschreiben? Das Lohnniveau liegt doch deutlich unter dem der alten Bundesländer."

Dazu ein weiteres besonders leckeres Sahnehäubchen: "Durch die EU-Osterweiterung steht auch Arbeitskräftepotenzial aus Tschechien zur Verfügung."

Klar, dass da jedem Kapitalisten das Herz aufgeht: "Individuelle Arbeitszeitgestaltungsmöglichkeiten gepaart mit hoher Motivation und Flexibilität der Arbeitskräfte kommen den Anforderungen einer modernen Unternehmensstruktur entgegen."

Die sächsische Regierung wollte das so nicht durchgehen lassen, um sich nicht vorhalten lassen zu müssen, nur für die lieben Tierchen da zu sein. Die Frau Ministerin hat deshalb einen zweiten Preis zur Verleihung vorgesehen: Die Malocherschutz-Medaille. Man munkelt, erster Preisträger soll der scheidende Arbeitsminister Scholz sein.

Die voraussichtliche Laudatio:
"Durch den Aufbau eines Großauffangsanatoriums für völlig ausgelutschte Ex-Eineurojobber und ausgebeutete Unter- Mindestlöhnern hat der Herr Ex-Minister einen beachtlichen Beitrag für einen konsequenten Arbeitnehmerschutz geleistet.

Alle Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, die unter Bedingungen gehalten werden, die ihnen chronischen Geldmangel, Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen, können auf Antrag der Unternehmer ab sofort in der Auffangstation untergebracht werden und brauchen nicht länger ihren Unternehmern zur Last fallen.“

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