|
Hakenkreuze beim ETV |
||
| EIMS-NET-Aufruf zur satirischen Demo - Titel: „Hammer&Meißel-Party“ |
![]() |
EIMS-NET hatte unter dem satirischen Titel „Hammer & Meißel Party“ zu einer Demonstration vor den Hakenkreuzen am Eimsbüttler ETV-Gebäude aufgerufen. Und prompt sah der ETV rot, missdeutete die symbolische Ermunterung, „Werkzeuge bitte mit(zu)bringen“, als eine Aufforderung zu einer Straftat, erstattete gegen den presserechtlichen Redakteur von EIMS-NET Anzeige und erhoffte sich damit, dass die ganze Demonstration untersagt würde. |
Aber gut fünfzig Eimsbüttler Antifaschisten kamen zu der Demo am 19. Oktober und forderten: Weg mit den sogenannten Turnerkreuzen, weg mit diesen Hakenkreuzen an den ETV-Mauern in der Hohen Weide.
![]() |
Klein und gebeugt steht die 84jährige Esther Bejarano vor dem Mikrophon, aber ihre Stimme ist fest und und anklagend: „Im Namen all derjenigen, die wie ich den Holocaust überlebt haben, ich bin entsetzt und fordere die Verantwortlichen auf, diese Nazi-Embleme zu beseitigen.“ Die ehemalige Akkordeonspielerin des „Mädchenorchesters von Auschwitz“, die für ihr „wichtiges Anliegen, besonders junge Menschen über den Nazi-Terror und den Rechtsextremismus aufzuklären,“ vor einem Jahr mit dem Bundesverdienstkreuz I. Klasse geehrt wurde, forderte klar und unmissverständlich: „Hamburg muss nazifrei sein. Könnt ihr euch vorstellen, wie es ist, wenn wir mit diesem brauen Mist konfrontiert werden!“ |
![]() |
Beim ETV hingegen wollte keiner „vom braunen Mist“ reden. Aufgescheucht durch den öffentlichen Wirbel des EIMS-NET-Artikels (taz, Abendblatt, Mopo, aber auch zahlreiche türkische Medien berichteten) beteuerte der ETV in einer Presseerklärung: „Der ETV stellt sich seiner Verantwortung für die Vergangenheit“. Dieses wolle man „angemessen und differenziert tun, um der historischen Wahrheit gerecht zu werden.“ Aber dann sofort die Medienschelte mit erhobenem Turnerfinger: „Die Wahrheit ist häufig nicht so einfach, wie es manche Medien darstellen.“ |
![]() |
Seit über zwei Jahren beschäftigen sich Hamburgs Medien und Initiativen mit dieser „historischen Wahrheit“. Zwar nicht frischen Wind kündigt ETV-Geschäftsführer Frank Fechner, der bis 2005 Leiter der Geschäftsstelle des FC St. Pauli war, aber immerhin ein laues Lüftchen an. Zwar denke der Verein nicht daran, das umstrittene Kreuz zu entfernen, aber: „Dem Vorstand des ETV ist bewußt, dass die Turnerkreuze an der Fassade der Turnhalle zu missverständlichen Assoziationen führen können. Wir werden deshalb in den kommenden Wochen eine Erklärungstafel an der |
![]() |
Fassade anbringen, die diehistorischen Fakten und Zusammenhänge erläutern soll.“
Vorabdruck aus der Eimsbüttler Netzzeitung EIMS-NET. Der ganze Artikel und weitere Informationen sind ab dem 1. November 2009 zu lesen unter: www.eims-net.de |




