11.10.2009

Gerechtigkeit für die republikanischen Bürgerkriegstoten

Den Toten im Valle de los Caidos – dem Tal der Gefallenen

und ist noch immer das architektonische Symbol der Verherrlichung des Sieges Francos über die Republik.

Das von den Architekten Pedro Muguruza und Diego Méndez errichtete Monument ziert ein 150 Meter hohes und vierzig Meter breites Betonkreuz auf dem Berggipfel Risco de la Nava. Zur Anlage gehört ein großer Aufmarschplatz, das Benediktinerkloster „Abadía Benedictina de la Santa Cruz del Valle de los Caídos“ und eine Basilika. Mit ihren 263 Metern Länge soll es die längste Kirche der Welt sein.

Die Grabanlage wie die Basilika wurde ab 1940 auf Anordnung von Franco von 20.000 Zwangsarbeitern der republikanischen Armee unter schwierigsten Bedingungen in den Fels der Sierra de Guadarrama getrieben. Da es in Spanien kaum entsprechende Maschinen gab, zogen sich die mörderischen Arbeiten über 18 Jahre hin. Zahlreich waren die Schwerverletzten und Toten bei den Arbeiten.

Am 2. April 1959, 20 Jahre nach Ende des Bürgerkriegs, wurde die Totenkultanlage von Franco eingeweiht. Ein Jahr später erhob Pabst Johannes XXIII. die Kirche zur Basilica minor.

Unter der 42 Meter hohen Kuppel befinden sich die Gräber Francos und von Primo de Rivera. Direkt über dem Grab Francos wird täglich die Eucharistie von Benediktiner Mönchen des Klosters gefeiert.
Das Denkmal für die Internationalen Brigaden und für Spanier die im KZ Mauthausen waren steht in Palafrugell in Katalonien

Hier ruhen die Gebeine von etwa 30.000 Gefallenen des spanischen Bürgerkriegs. Im Benediktinerkloster befinden von der Hälfte der Beigesetzten die Akten, die überwiegend Anhänger der Partei Francos waren. Auch republikanische Gefallene wurden gegen den Willen der angehörigen, da nicht alle Grabkammern mit Franco-Treuen gefüllt werden konnten, nach hier verschleppt.

Auch waren die Lokalverwaltungen im Lande angewiesen auf Friedhöfen nach Leichen aus dem Bürgerkrieg zu suchen. So wurden über Jahrzehnte immer wieder Leichen ins «Valle de los Caídos» gebracht. So sollte Monument ein Ort der Versöhnung werden, da dieser den Toten beiden Bürgerkriegsparteien gewidmet ist.

Nur die meisten Spanier dachten nicht daran, sie betrachteten den Ort weiterhin als eine faschistische Weihestätte. Bis heute ist sie ein Pilgerziel von Alt-Franquisten geblieben.

Chichón ist ein malerischer Ort in der Provinz Madrid, im Rund finden im August Stierkämpfe statt, der Ort strotzt von franquistischen Hinweisen

Jetzt sollen die republikanischen Toten identifiziert und, falls die Familien das wünschen, sie in ihren Heimatorten bestattet werden. Die gesamten Kosten für die Exhumierung und die Überführung trägt der Staat. Die Hinterbliebenen der Franco-Opfer sehen dies als eine wichtige Geste Spaniens. Trotz eines vor zwei Jahren verabschiedeten Gesetzes zur historischen Erinnerung, ist bis heute wenig zur Rehabilitierung der Opfer wie zu einer wirklichen Erinnerungsarbeit gekommen. Die Transición, der Übergang von der Franco-Diktatur zur Demokratie hat auf einem Pakt des Schweigens beruht, der die Vergangenheit ausklam- merte. Mit dem Verschweigen scheint es nun in Spanien endlich vorbei zu sein.
Karl-H. Walloch
Die bekannten Windmühlen der Kastilien - La Mancha