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Zum 60. Jahrestag - Gründung der Ex-DDR |
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| Erst kam das Fressen, danach keine Moral. |
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Am Abend des 40. Jahrestages der DDR, am 7. Oktober 1989, wurde im Palast der Republik üppig getafelt. Und alle, die im real existierenden Sozialismus was zu sagen hatten, waren gekommen und schlugen sich die Bäuche voll. Honecker, Mielke, Schabowski, Ceausescu, Gorbatschow und wie sie alle hießen. Sie küssten sich und stießen an auf das Wohl der Parteien und auf die Errungenschaften des Sozialismus. "Es lebe die Deutsche Demokratische Republick!" Rülps.
Die draußen "randalierten" und "Wir sind das Volk" riefen, blieben ausgeschlossen und wurden von der Staatsmacht drangsaliert und "zugeführt". Am übernächsten Tag, bei der legendären Leipzig- Demonstration sollte es dann zur Sache gehen. Mit Knüppel und Ordnungsmacht, ganz ohne Moral. Aber es kam anders und friedlich: Der Anfang vom Ende begann. |
20 Jahre später: Mit einem Festakt wird in Leipzig an die Ereignisse in der DDR vor 20 Jahren erinnert. Im Beisein von Bundespräsident Horst Köhler und Bundeskanzlerin Angela Merkel wird die entscheidende Montagsdemonstration am 9. Oktober 1989 gewürdigt. Köhler "verneigte" sich vor der Zivilcourage vieler damaliger DDR-Bürger: "Liebe Landsleute, viele von Ihnen waren damals dabei - danke. Sie können für immer und ewig stolz darauf sein. Danke!"
Ja, richtig ist: Die Bürger haben ihre Freiheit errungen. Der Rest ist aber auch bekannt: Ohne die stolzen Bürger im einzelnen zu fragen, stülpte man ihnen die bisherige Bundesrepublik total über, mit Ausnahme des grünen Pfeils an Vorfahrtstraßen und der PDS. Das Land wurde zur Schrotthalde erklärt. Mit Hilfe der Treuhand wurde das DDR-Volk dann völlig enteignet, den westlichen Konzernen die "Filetstücke" der DDR-Wirtschaft zugeschoben. Eine gigantische De-Insdustiealisierung folgte, begleitet von rasanter Arbeitslosigkeit, die bis heute geblieben ist. Für die alten neuen Herren aus dem Westen waren Villen und Ländereien zu räumen. Als Zusatzvariante, damit es auch der letzte DDR-Bürger begreift: Beim unterschiedlichen Lohn und den unterschiedlichen Renten wurde exemplarisch aufgezeigt, worauf es in der neuen Zeit allein ankommen wird: Aufs Geld.
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Kein Wunder also, dass die Stimmung - anders als die aktuellen Leipziger Hochglanz-Präsidenten-Reden vermuten lassen, nach 20 Jahren-Mauerfall trübe ist.
In einer Umfrage sah weniger als die Hälfte der Befragten ihre persönliche Lebenssituation als verbessert an. Jeder vierte Ostdeutsche meinte sogar, dass es den Ex-DDR-Bürgern vor 1989 besser gegangen sei als jetzt. "Die Euphorie, die nach dem Mauerfall herrschte, ist weitgehend verflogen“, räumten Umfrage-Experten ein. Erwarteten im Jahr 1989 im Osten Deutschlands 71 Prozent, dass sich ihre persönlichen Lebensverhältnisse verbessern würden, so sagen heute nur noch 46 Prozent, dass dies eingetroffen sei. Nur 39 Prozent der Menschen im Osten zählen sich explizit zu den Gewinnern der Einheit. Die Ostdeutschen glaubten, sie seien nur ausgenutzt worden. „Die Westler haben das Gefühl, nur für den Osten bezahlen zu dürfen“, Merke: Noch heute gilt - Erst das Fressen und dann - wenn überhaupt - die Moral.

