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Tagesschau macht Wahlkampf |
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| Wie die LINKE ausgeblendet wird |
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Am 16.9.09, eineinhalb Wochen vor der Bundestagswahl, zeigte die Tagesschau in ihrer 20 Uhr-Ausgabe, wie gebührenfinanzierte öffentlich-rechtliche Fernseh- Nachrichten auszusehen haben. Bekanntgeworden war an diesem Tag die Studie des Forschungsministeriums, in der vorgeschlagen wurde, den Bau neuer Atomkraftwerke zu prüfen, trotz der unbestrittenen Risiken, die mit Kernkraft verbunden sind.
Das "Gutachten" enthielt weiter den Vorschlag, dass wegen Gorleben-Probleme, die Suche nach einem Endlager fortgesetzt werden müsse. Da Tongestein eine sicherheitsbedingte Voraussetzung sei, käme als Lagerort das Land Baden-Würtemberg infrage. |
Garniert wurde diese Nachricht mit dem Hinweis, dass Grüne und SPD den Neubau von weiteren Atomkraftwerken ablehne. Zu Wort kamen Gabriel und Özdemir.
Kein Wort über die LINKE. Für unvoreingenommene Zuschauer unverständlich, da auch sie eine klare Anti-Atomkraft-Politik verfolgt und vor der Tagesschau-Bericherstattung in einer Presserklärung ihres Experten Kurt Hill eine entsprechende Stellungnahme zu dem Gutachten abgegeben hatte. Mehr noch: Schon vor einem Jahr hatte die Linksfraktion darauf aufmerksam gemacht, dass seit acht Jahren Forschungsmittel des Bundes nach Frankreich fließen, um die Eignung von Tongestein zur Einlagerung von Atommüll zu untersuchen."
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Das völlige Ausblenden der Position der LINKEN führte zu Reaktionen unter den Zuschauern (Korrespondenz).
Der Tagesschau-Chef Dr. Kniffke mochte den Vorwurf der Unterdrückung von Informationen nicht auf sich sitzen lassen: "Sie erheben in Ihrem Schreiben den Vorwurf, dass die Linkspartei totgeschwiegen würde. Davon kann keine Rede sein. Natürlich kommt die Linkspartei vor, und zwar in all unseren Nachrichtenformaten. Bei etwa 65 Sendungen am Tag ist uns jede gleichermaßen wichtig. Immer versuchen wir die für die aktuelle Sendung jeweils beste journalistische Leistung abzuliefern." Eine konkrete Begründung aber, warum die Postion der Linken im Atomstreit nicht erwähnt wurde, lieferte er nicht. Nach einem entsprechenden Vorhalt musste er dann zugeben, dass die Position der Linken auch der Tagesschau bekannt gewesen sei. |
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"Tatsächlich aber - da haben Sie Recht - ist dies in dieser Tageschau-Ausgabe nicht erwähnt worden. Dies bedeutet allerdings keine Unterdrückung der Position der Linken. Denn es ist nicht möglich, in jeder Sendung die Position aller Parteien zu referieren. An dieser Stelle haben wir SPD und Grüne pars pro toto erwähnt für die breite Bewegung gegen neue Atomkraftwerke."Diese unprofessionelle Gewichtung von Nachrichten und das widersprüchliche Argumentationmuster des Chefs der Redaktion geben zu denken. Bei der Tagesschau soll es sich immerhin um das "Flaggschiff der ARD" handeln. Wir fragen uns, wie löchrig müssen da die Rettungsboote sein.Nachtrag: In den "Tagesthemen" um 23 Uhr gab es über den Vorgang keinen Beitrag, stattdessen wurde u.a. über Marco und die von einem türkischen Gericht verhängte Bewährungsstrafe berichtet.
Im Nachtmagazin um 00.50 Uhr ging es dann noch einmal um neue Atomkraftwerke, diesmal kam aber nur Gabriel zu Wort, neben der Linken blieb auch Özdemir ausgeblendet: Nur noch SPD pars pro toto.

