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Mit Bomben schafft man keinen Frieden |
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| Bombenattacke auf Tanklastzug fordert über 100 Tote |
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Um den 10. August 1857 schreibt Friedrich Engels zum Krieg der Engländer gegen Afghanistan 1842 in einen Essay.
Auszug: Im Februar übernahm General Pollock das Kommando, und gegen Ende März 1842 erhielt er neue Verstärkungen. Er überschritt dann den Khaiber-Paß und rückte zum Entsatz Sales nach Dschelalabad vor; hier hatte Sale wenige Tage zuvor die afghanische Belagerungsarmee völlig geschlagen. Lord Ellenborough, der neue Generalgouverneur von Indien, befahl den britischen Truppen, sich zurückzuziehen, aber sowohl Nott als auch Pollock |
| Inzwischen hatte Nott am 7. August Kandahar geräumt und war mit seiner ganzen Macht auf Ghasni marschiert. Nach einigen kleineren Treffen schlug er am 30. August eine große Abteilung der Afghanen, besetzte am 6. September Ghasni, das vom Gegner aufgegeben worden war, zerstörte die Befestigungsanlagen und die Stadt, schlug die Afgha- nen noch einmal in ihrer starken Stellung bei Alidan und gelangte am 17. September in die Nähe von Kabul, wo Pollock sogleich Verbindung mit ihm aufnahm. Schah Schudschah war lange vorher von einem der Häuptlinge ermordet worden, seither gab es keine reguläre Regierung in Afghanistan; dem Namen nach war Fath Dschung, sein Sohn, König. Pollock schickte eine Kavallerie-Abteilung, um den Gefangenen von Kabul zu Hilfe zu kommen; diesen war es jedoch gelungen, ihre Wache zu bestechen, und sie begegneten der Abteilung unterwegs. |
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Und heute, 2009, sieht die Lage im Land am Hindukusch ähnlich wie vor 150 Jahren aus. Noch immer hat die Internationale Schutztruppe Isaf es nicht geschafft, dem Land mit Bomben die Wende zu bringen. So gab es jüngst wieder einen Nato Luftangriff. Dieser war von einem Bundeswehroffizier angeordnet. Im Klartext heißt das: befohlen. Anlass des inhumanen nächtlichen Angriffs der beauftragten US-Luftwaffe mit ihren F-15- Jagdbombern waren die von Taliban entführten zwei Tanklastwagen. Die Fahrzeuge sollten Treibstoff für die Nato und Bundeswehr in die Camps um und bei Kundus bringen. Mit ihrem illegalen Checkpoint hatten die Aufständischen die Tankfahrzeuge in ihre Gewalt gebracht. Den Treibstoff wollte sie offenbar in den von ihr kontrollierten Distrikt Char Dara bringen. Auf dem Weg dahin blieb einer der Tankfahrzeuge im Flußbett stecken.
| Nach Augenzeugen begannen die Taliban in der Nacht den Treibstoff an Dorfbewohner, die mit Kanistern herbeieilten, zu verteilen. In diesem Moment wurden die Tankwagen mit us-amerika- nischen Bomben vom Typ GBU-38 bombardiert, worauf diese explodierten. Nun wird gestritten um die Zahl der Toten und auch darüber, ob Zivilisten dabei waren. Für den Bundesverteidigungsminister Franz-Josef Jung waren die getöteten nur Taliban, für den us-amerika- nischen Nato-General Stanley Mc Chrystal sind unter den Opfern auch Zivilisten zu beklagen. Wörtlich sagte der amerikanische Berufsoldat: „Für mich ist es klar, dass es einige zivile Opfer gab.“ Anders der Bundesverteidigungsminister Jung, er rechtfertigt den Nato-Luftangriff im Einsatzbereich der Bundeswehr in Afghanistan. |
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Gerade im Raum Kundus herrsche eine besonders kritische Situation, sagte er den "Badischen Neuesten Nachrichten". Im ARD-Fernsehen wies er auf die sehr konkrete Gefahrenlage hin, in der sich die Bundeswehr-Soldaten befunden hätten, als die Taliban in den Besitz der zwei Tanklastwagen gekommen seien. Als die Aufständischen mit den Fahrzeugen in einem Flußbett steckenblieben, forderte die Bundeswehr Unterstützung durch Nato-Flugzeuge an. Bei dem Angriff kamen Dutzende Menschen ums Leben. Die Bundeswehr spricht von 50 getöteten Taliban-Kämpfern. Nach offiziellen afghanischen Angaben gab es bis zu 90 Tote, darunter viele Zivilisten.
Die Folgen des von einem Bundeswehroffizier angeordneten Luftangriffs der Nato sind so verheerend, dass selbst die Militärs betroffen den Angriff von Nato-Flugzeugen auf zwei Tanklaster in der Region Kundus im nördlichen Afghanistan einräumen. Nur bei der Zahl der zivilen Opfer weicht die Nato-Sicht der Dinge von afghanischen Angaben ab. Die Behörden am Ort und die Taliban sagen, dass mindestens 90 Menschen bei der Explosion von zwei Tanklastern gestorben sind, die die amerikanischen Bomber in Brand bombten. Die meisten der Opfer seien Zivilisten. Die Bundeswehr hingegen spricht von mehr als 50 toten feindlichen Kämpfern, Taliban. Im Irak verwenden aufständische Terroristen solche Laster als rollende Bomben. Befürchtete der Bundeswehroffizier, der den Befehl zum Massaker gab etwa ähnliches in Afghanistan?
Die Folgen des von einem Bundeswehroffizier angeordneten Luftangriffs der Nato sind so verheerend, dass selbst die Militärs betroffen den Angriff von Nato-Flugzeugen auf zwei Tanklaster in der Region Kundus im nördlichen Afghanistan einräumen. Nur bei der Zahl der zivilen Opfer weicht die Nato-Sicht der Dinge von afghanischen Angaben ab. Die Behörden am Ort und die Taliban sagen, dass mindestens 90 Menschen bei der Explosion von zwei Tanklastern gestorben sind, die die amerikanischen Bomber in Brand bombten. Die meisten der Opfer seien Zivilisten. Die Bundeswehr hingegen spricht von mehr als 50 toten feindlichen Kämpfern, Taliban. Im Irak verwenden aufständische Terroristen solche Laster als rollende Bomben. Befürchtete der Bundeswehroffizier, der den Befehl zum Massaker gab etwa ähnliches in Afghanistan?
| Doch die Taliban bastelten an keine Sprengsätze, sie verschenkten den Treibstoff an die Dorfbevölkerung, als die US-Jets auf die Tanklastwagen ihre Bomben warfen. Diese Angriffe sind verhee- rend für die Kriegsmaschinerie der Nato. Denn nach jeder Bombe, die Unschuldige trifft, laufen mehr und mehr Afghanen zu den Taliban über. Verteidigungsminister Jung stellt sich schützend vor den Offizier, der den Angriff auslöste, der zur Tragödie wurde. Nur wie wollen CDU/CSU, SPD, FDP und Grüne dieses Massaker den Bürgern erklären. So wird Afghanistan zum Thema des Bundestagswahlkampfes. Und weiteren Druck auf die Bundesrepublik kommt von europäischen Regierungen. Frankreich hat bereits den Anfang gemacht. Karl-H. Walloch |


