02.09.2009

Hamburger Korrespondenz

Start des Friedensmarsches war den Hamburger Medien keine Zeile wert


Dann erinnerte der Organisator des Friedensmarsches Dr. Manfred Sohn, Abgeordneter der Linken im Niedersächsischen Landtag, was vor 64 Jahren in Japan geschah.

Er sagte: „Der 6. August ist ein ewig strahlender Tag. Es sterben immer noch Menschen an den Folgen, alleine im vergangenen Jahr waren es 5012."

Dann setze sich der Friedensmarsch in Richtung Bahnhof Westerland in Bewegung. Mit dabei ist auch Bernd Funke aus Nordrhein-Westfalen. Der Rentner aus Duisburger sagte: „Der Wahnsinn wurde in unserer Generation angeschafft. Also muß er auch in unserer Generation abgeschafft werden."

Der Friedensmarsch wird nach 1.200 km durch die Republik am 6. August 2010 auf der Zugspitze enden.


Kapitalspritzen bringen keine Besserung in der Schieflage der HSH-Nordbank

Noch immer, trotz Kapitalspritzen ist keine Besserung der Lage der HSH-Nordbank in Sicht. Der weltgrössster Schiffsfinanzierer vergibt derzeit keine Darlenen mehr. Die gemeinsame Landesbank von Hamburg und Schleswig-Holstein Nordbank hat im ersten halben Jahr erneut einen Verlust erwirtschaftet. Eine halbe Milliarde Euro weist die Halbjahresbilanz aus.

Anders sieht es die Hamburger Finanzbehörde. Der Pressesprecher Daniel Stricker meint: „Die Neuausrichtung der HSH Nordbank hat Tritt gefasst". Auch der Finanzexperte der Hamburger Christdemokraten Rüdiger Kruse freute sich, "... dass die Zahlen besser sind als der Plan. Die Sanierung zeigt Wirkung." Nur deutlich kritischer interpretiert die Opposition von SPD und Linke die Zahlen der Bank. „Der Fehlbetrag von 559 Millionen Euro zeigt, wie kritisch die Lage der HSH weiterhin ist", so der SPD-Finanzexperte Peter Tschentscher. Und Joachim Bischoff von der Linken: „Die Bank ist noch lange nicht über den Berg. Schlechte Nachrichten als Erfolgsmeldungen verkaufen zu wollen, ist keine vertrauensbildende Maßnahme. Ob die Neuausrichtung greift, wird sich erst zum Jahresende beurteilen lassen." Wolfgang Kubicki, Vorsitzender der FDP in Schleswig-Holstein, mit dem die CDU nach den Landtagswahlen eine Koalition in diesem Bundesland eingehen will, bezeichnete die Führung der Bank als "Komplettversager". Ähnlich beurteilt es auch Monika Heinold von den Grünen. Nun zeigt es sich, wie teuer das Kasinospiel der Bank für die Steuerzahler wird.

Die Bank hat noch immer toxische Papiere von fast 20 Milliarden Euro im Bestand. Es wurden auch längst nicht alle Risiken der Bank erkannt.

Bemerkenswert ist das Eingeständnis der Verant- wortlichen der Bank, wonach das Neugeschäft in der dominierenden "Shipping"-Sparte "fast vollständig zum Erliegen" gekommen ist.

Ein Alarmzeichen ist die Wertberichtigung der HSH-Nordbank von 309 Millionen Euro auf Schiffskredite. Dafür wurde im Vorjahreszeitraum überhaupt keine Risikovorsorge getroffen. Ob es die Bank noch im Jahr 2010 geben wird werden wir sehen.