|
Hamburger Korrespondenz |
||
| Start des Friedensmarsches war den Hamburger Medien keine Zeile wert |
![]() |
Unbeachtet und keine Zeile wert war den Hamburger Medien der Start des Friedensmarsches am 6. August im Norden der Republik auf Sylt.
Um 8 Uhr 15 erklang eine Glocke zur Erinnerung an den Abwurf der Atombombe auf Hiroschima. Etwa 20 Frauen und Männer verharrten im stillen Gedenken. |
Dann erinnerte der Organisator des Friedensmarsches Dr. Manfred Sohn, Abgeordneter der Linken im Niedersächsischen Landtag, was vor 64 Jahren in Japan geschah. Er sagte: „Der 6. August ist ein ewig strahlender Tag. Es sterben immer noch Menschen an den Folgen, alleine im vergangenen Jahr waren es 5012." Dann setze sich der Friedensmarsch in Richtung Bahnhof Westerland in Bewegung. Mit dabei ist auch Bernd Funke aus Nordrhein-Westfalen. Der Rentner aus Duisburger sagte: „Der Wahnsinn wurde in unserer Generation angeschafft. Also muß er auch in unserer Generation abgeschafft werden." Der Friedensmarsch wird nach 1.200 km durch die Republik am 6. August 2010 auf der Zugspitze enden. |
![]() |
| Kapitalspritzen bringen keine Besserung in der Schieflage der HSH-Nordbank |
Noch immer, trotz Kapitalspritzen ist keine Besserung der Lage der HSH-Nordbank in Sicht. Der weltgrössster Schiffsfinanzierer vergibt derzeit keine Darlenen mehr. Die gemeinsame Landesbank von Hamburg und Schleswig-Holstein Nordbank hat im ersten halben Jahr erneut einen Verlust erwirtschaftet. Eine halbe Milliarde Euro weist die Halbjahresbilanz aus.
Anders sieht es die Hamburger Finanzbehörde. Der Pressesprecher Daniel Stricker meint: „Die Neuausrichtung der HSH Nordbank hat Tritt gefasst". Auch der Finanzexperte der Hamburger Christdemokraten Rüdiger Kruse freute sich, "... dass die Zahlen besser sind als der Plan. Die Sanierung zeigt Wirkung." Nur deutlich kritischer interpretiert die Opposition von SPD und Linke die Zahlen der Bank. „Der Fehlbetrag von 559 Millionen Euro zeigt, wie kritisch die Lage der HSH weiterhin ist", so der SPD-Finanzexperte Peter Tschentscher. Und Joachim Bischoff von der Linken: „Die Bank ist noch lange nicht über den Berg. Schlechte Nachrichten als Erfolgsmeldungen verkaufen zu wollen, ist keine vertrauensbildende Maßnahme. Ob die Neuausrichtung greift, wird sich erst zum Jahresende beurteilen lassen." Wolfgang Kubicki, Vorsitzender der FDP in Schleswig-Holstein, mit dem die CDU nach den Landtagswahlen eine Koalition in diesem Bundesland eingehen will, bezeichnete die Führung der Bank als "Komplettversager". Ähnlich beurteilt es auch Monika Heinold von den Grünen. Nun zeigt es sich, wie teuer das Kasinospiel der Bank für die Steuerzahler wird.
Die Bank hat noch immer toxische Papiere von fast 20 Milliarden Euro im Bestand. Es wurden auch längst nicht alle Risiken der Bank erkannt. Bemerkenswert ist das Eingeständnis der Verant- wortlichen der Bank, wonach das Neugeschäft in der dominierenden "Shipping"-Sparte "fast vollständig zum Erliegen" gekommen ist. Ein Alarmzeichen ist die Wertberichtigung der HSH-Nordbank von 309 Millionen Euro auf Schiffskredite. Dafür wurde im Vorjahreszeitraum überhaupt keine Risikovorsorge getroffen. Ob es die Bank noch im Jahr 2010 geben wird werden wir sehen. |
![]() |
Noch immer laufen die Containerschiffe mit wenig Fracht den Hamburger Hafen an. Kurzarbeit bei den Kaibetrieben ist angesagt. Betroffen von der Wirtschaftskrise und -flaute sind auch die Reedereien der Stadt. Die staatlich unterstützte Rettungsaktion für die Traditionsreederei Hapag-Lloyd wird erheblich teurer als gedacht.
Die Gesellschafter des Konzerns haben ihre Beiträge zur Stärkung des Eigenkapitals und der Bilanzstruktur der Traditionsreederei deutlich aufgestockt - von 750 Millionen Euro auf 923 Millionen. Das teilte die Finanzbehörde am Dienstag mit. Zuvor hatte der Senat die Kapitalspritze durchgewinkt. "Wir sind übereingekommen, den Finanzrahmen zu erhöhen, um die Entscheidung für eine Bürgschaft des Bundes zu befördern", sagte Finanzsenator Michael Freytag.
Auch die Reederei Hamburg Süd, Tochter des Oetker-Imperiums, rechnet mit weiter sinkenden Fracht- und Charterraten. In diesem Jahr sollen 300 Millionen Euro einspart werden. Gespart werden soll bei den Gehältern, auch an Kurzarbeit ist gedacht. Dazu laufen derzeit Gespräche mit dem Betriebsrat. In Hamburg beschäftigt die Reederei Hamburg-Süd etwa 700 Personen, weltweit sind es 4 774. Die Schifffahrt steuert rund 47 Prozent der Erlöse des Oetker-Konzerns bei. Für die Hamburg Süd fahren im Liniendienst 114 Containerschiffe. Die 60 Trampschiffe – Massengutfrachter und Tanker – werden unter der Firmentochter Rudolf A. Oetker KG, Hamburg, betreut. Derzeit ist keine Besserung für Hamburg in Sicht, die Zeche der Krise zahlen stets die Lohnabhängigen.
| Noch ein Punkt: Die Hansestadt hat auch ihre prügelnden NPD-Anhänger |
![]() |
Die Hansestadt hat auch ihre prügelnden NPD-Anhänger. Ende August wurde ein dunkelhäutiger Brite wurde mitten in Hamburg mit Fausthieben zu Boden geschlagen und danach mit Pfefferspray attackiert. Zuvor hatte der Mann einen Werbe-Flyer der NPD zerrissen. Nach einer Fahndung mit mehreren Streifenwagen konnten drei Anhänger der NPD verhaftet werden, die als Tatverdächtig gelten. Die drei „mutmaßlichen“ Täter hatten Flugblätter der NPD verteilt und auch dem Briten eines davon in die Hand gedrückt. Doch der Mann zerriss die rechte Werbebotschaft. Es kam zu einem heftigen Wortwechsel mit der anschließenden Prügelattacke. Der Polizei waren die 22 bis 43 Jahre alten Männer wegen früherer Gewaltdelikte bereits bekannt. Nun wird gegen die NPD-Schläger wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Wann kommt endlich das Verbot der neofaschistischen Partei NPD? Karl-H. Walloch |



