21.05.2009

Tourismus:

Bescheidenheit ist Trumpf

Die Menschen haben kaum noch Geld, um ihren Urlaub finanzieren zu können. Waren früher zwei bis drei Urlaube im Jahr möglich, so kann heute jeder Bürger nur noch durchschnittlich 12 Tage im Jahr verreisen.

Auch das ist eine der bittere Folgen daraus, dass Politik und Kapital in den letzten zehn Jahren alles auf die Karte "Globalisierung" gesetzt und die Binnennachfrage durch Lohndrückerei, Sozialabbau und rigiden Sparkurs fast völlig zum Erliegen gebracht haben. Die Tourismusbranche ist davon nun zwangsläufig betroffen.
Obwohl die Lüneburger Heide zu den günstigsten Urlaubsregionen in Deutschland zählt (ein durchschnittlicher Urlaub kostet 446 EUR, in Bayern als beliebteste Region demgegenüber765 EUR).

In einer aktuellen Umfrage der IHK Lüneburg-Wolfsburg wird deutlich, dass die Wirtschaftskrise nun auch in der hiesigen Region trotz der günstigen Bedingungen durchschlägt:
Zwei Drittel der befragten Reisebüros und -veranstalter geben an, dass die Zahl der gebuchten Reisen im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen ist, 72 Prozent beklagen niedrigere Gewinne.

Die Mehrzahl der betroffenen Tourismusunternehmen will den Personalstand zwar erhalten (67 Prozent beim Gastgewerbe, 70 Prozent bei den Reiseunternehmern). Wo personelle Veränderungen geplant sind, läuft dies aber eher auf eine Reduzierung hinaus, wie die IHK zu Recht vermutet.

Weitere trübe Aussichten also für die ohnehin gebeutelten

Beschäftigten. Lediglich die Campingplätze verbuchen bessere Auslastungen und erwarten für die kommende Saison eine bessere oder gleichbleibende Situation. Vom Hotel auf die grüne Wiese: Bescheidenheit und Anpassung sind schon immer besondere deutsche Tugenden gewesen.

Interessant am Rande: Das Rauchverbot hat seine Wirkung nicht verfehlt, fast 60% der Unternehmen geben an, dass die Buchungen in der Branche für geschlossene Gesellschaften bis zu 20% zurückgegangen sind.