14.05.2009

Bildung:

"Mit Wulff und Heister geht die Bildung über’n Deister"

Der Ärger in Niedersachsen ist enorm. Zehntausend Menschen haben erst kürzlich gegen die Schulpolitik der CDU-Landesregierung protestiert, völlig zu Recht.

Da steht ein ehrgeiziger Ministerpräsident für eine realexistierende Schulpolitik, die in vielen Bereichen dürftig und dringend überholungsbedürftig ist, in der es nicht einmal gelingt, eine ausreichende Unterrichtsversorgung sicherzustellen.

Die frühere Justizministerin Heister-Neumann, die als neues Trumpf-As für Ruhe an der Schulfront sorgen sollte, entwickelte sich als Flop. Das sehen inzwischen auch viele unter den CDU-Parteifreunden.

Warum Wulff sich in dieser Situation nun darauf versteift, in den Gesamtschulen ein Abitur nach zwölf Jahren anzubieten, kann nur mit ideologisch bedingter Borniertheit erklärt werden.

An den Integrierten Gesamtschulen eine frühere Trennung der Schüler herbeizuführen, das stellt den Sinn dieser Schulform auf den Kopf. Damit bekäme man sozusagen Integrierte Gesamtschulen ohne Integration. Das Turbo- Abitur ist ein unverzeihlicher System-Fehler. Da Wulff das sicherlich nicht verborgen sein kann, ist zu vermuten, dass es ihm und seiner Partei allein darum geht, die Integrierte Gesamtschule zu diskreditieren, um ihr dann politisch leichter den Garaus machen zu können.

Es bestehen kaum Zweifel, dass es langfristig um elitäre Auslese im Bildungsbereich geht. Die sozial Privilegierten wollen unter sich bleiben.
Die Gesamtschule, die u. a. eingeführt wurde, um soziale Auslesen zu

reduzieren, steht bei diesen Absichten im Wege. Mit Wulff also zurück in eine reaktionäre Zukunft.